Martin Schulz
Martin Schulz Bild © hr

Glaubt man den aktuellen Umfragewerten, wird Martin Schulz nicht der nächste deutsche Bundeskanzler. Der Genosse selbst lässt sich von den Zahlen aber nicht beirren, gibt sich angriffslustig und strebt mit Power-Naps und Dehnübungen nach dem Kanzleramt.

Martin Schulz schreibt seit Jahrzehnten regelmäßig Tagebuch. Auch im Wahlkampf-Stress, sagt Schulz in "Das Interview". Wenn es am 24. September mit dem Wahlsieg klappen sollte, würde der SPD-Kanzlerkandidat vielleicht hineinschreiben: "Ist doch schön". Aber Schulz stellt auch klar: "Ich schreibe nicht, 'Hurra, ich werde Kanzler'". Dazu sei die Aufgabe zu verantwortungsvoll.

Audiobeitrag
Martin Schulz (m.) mit Christopher Plass und Mariela Milkowa

Sie können das Audio zur privaten Nutzung hier herunterladen oder im Systemplayer öffnen.

Podcast

zum Artikel Martin Schulz - SPD-Kanzlerkandidat und Parteivorsitzender

Ende des Audiobeitrags

Bis zu einem möglichen Wahlsieg ist es aber noch ein weiter Weg. "Ein Langstreckenlauf", sagt Schulz. Gerade hat der ARD -Deutschlandtrend der SPD noch schwache 24 Prozent bescheinigt. Und Schulz liegt in dieser aktuellen Umfrage in der Beliebtheit mittlerweile wieder weit hinter Kanzlerin Angela Merkel (CDU). "Aber wir sind nicht im Sinkflug, das ist eine Wellenbewegung", sagt der SPD-Kanzlerkandidat. "Momentaufnahmen wie Umfragen entscheiden keine Wahlen." Dabei verweist er auch auf das Ergebnis der Labour Party in Großbritannien. Diese habe entgegen allen schlechten Umfragen enorm aufgeholt.

Ein klares "No" zur Aufrüstung

In "Das Interview" erzählt Schulz, wie er das Ruder noch herumreißen will. Mit Themen wie Generationengerechtigkeit und dem Versprechen auf gebührenfreie Bildung. Wie das laufen könnte, erläutert Schulz nicht sehr konkret: Bund und Länder müssten hier gemeinsam mehr Gerechtigkeit schaffen, das könne auch Milliarden kosten. Klarer ist Schulz in diesem Punkt: Er lehnt Präsident Trumps Forderung ab, dass alle Nato-Staaten zwei Prozent ihrer Wirtschaftskraft in die Aufrüstung stecken sollten. Ein Kanzler Schulz werde dazu "No" sagen.

Weitere Informationen

Sendezeiten

Freitag, 9. Juni, 19.35 Uhr
Samstag, 10. Juni, 10 und 18.30 Uhr
Sonntag, 11. Juni, 14 Uhr

Ende der weiteren Informationen

"Ich bin näher an den Problemen der Menschen als Kanzlerin Merkel", sagt der SPD-Spitzenkandidat selbstbewusst. Und er gibt in "Das Interview" durchaus auch einige private Einblicke. Mit Entspannungsübungen und kurzen Schläfchen ("Power-Naps") halte er sich fit für die nächsten 100 Tage Wahlkampf.

Das könnte Sie auch interessieren

Jetzt im Programm