Bouffier
Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier Bild © Imago

Er ist gegen Fahrverbote für Diesel-Autos und gegen Veränderung um der Veränderung Willen. Im Interview spricht Hessens Ministerpräsident darüber, warum viele Menschen mit der CDU zufrieden sind, was Politiker vom Sport lernen können und wie drei Elektroautos im Taunus einmal die ganze Stromversorgung einer Region lahmgelegt haben.

Es ist nur ein gedankliches Spiel, auf das sich der hessische Ministerpräsident und stellvertretende CDU-Vorsitzende Volker Bouffier im Interview mit hr-iNFO einlässt. Was wäre, wenn er, Volker Bouffier, seine Amtskollegen aus Baden-Württemberg, Niedersachsen, Bayern und Thüringen zum abendlichen Essen eingeladen hätte? An dem Tisch sind aber nur vier Stühle. Wen würde er kurzfristig wieder ausladen? "Ich würde noch einen Stuhl dazu holen, damit es gar nicht zu so einer Situation kommt", so Bouffiers Antwort.

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zum Artikel Das Interview: Volker Bouffier - Hessischer Ministerpräsident (CDU)

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Fünf Ministerpräsidenten aus Bundesländern mit starker Autoindustrie an einem Tisch, da kommt schnell die Frage auf, ob es sich um ein überparteiliches Diesel-Kartell handelt. Auch hier lässt sich Bouffier nicht aus der Reserve locken und positioniert klar seine Botschaft, bei der er die anderen vier hinter sich glaubt: "Ich bin sehr sicher, wir würden sagen: Wir brauchen den Diesel, wir können unsere Klimaschutz-Ziele ohne den Diesel sinnvollerweise nicht erreichen. Wegen des geringen CO2-Ausstoßes."

"Die Wahl ist noch nicht gewonnen"

Im Interview mit hr-iNFO erteilt der hessische Ministerpräsident einer Forderung der Grünen, den Verbrennungsmotor bis 2030 abzuschaffen, eine Absage: "Feste Termine zu nennen, das überfordert uns alle. Wenn es zu diesem Termin nicht gelingt, was ist denn dann?" Als Beispiel nennt er die Elektromobilität, die noch nicht so weit sei, dass man heute komplett darauf umsteigen könne, und untermauert es mit einer Geschichte aus einer Gemeinde im Taunus. Dort gebe es in einer Straße drei batteriebetriebene Autos der MarkeTesla. "Die haben sie alle gleichzeitig geladen, anschließend ist in der gesamten Region der Strom ausgefallen."

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Volker Bouffier mit hr-iNFO-Chefredakteurin Katja Marx und Landtagskorrespondent Christopher Plass Bild © hr

Anekdoten wie diese erzählt der hessische Ministerpräsident gern und so lässt er sich nicht lange bitten, als das Gespräch auf das Thema Sport kommt. "Der einzelne ist stark, aber im Team ist er stärker" - und: "Auch im Sport braucht es einen, der die Verantwortung übernimmt." All diese Lehren hat Volker Bouffier, der als Jugendlicher bis zu einem schweren Autounfall leidenschaftlicher Basketballspieler war, aus dem Sport gezogen. Und beherzigt sie bis heute. Auch im Wahlkampf. Seine Devise: "Die Wahl ist noch nicht gewonnen."

"Martin Schulz setzt auf falsche Themen"

Auch wenn die Union laut Umfragen bei satten 40 Prozent liegt, warnt der alte Hase Bouffier jüngere Kollegen, sich bis zuletzt anzustrengen und im Wahlkreis bei den Menschen um ihr Vertrauen zu werben. Denn darum gehe es in der Politik: um Vertrauen. Und dass so viele Menschen der CDU vertrauen, ist aus Sicht von Volker Bouffier ein Zeichen dafür, dass sie mit der Politik zufrieden sind. "Wenn die Menschen das Gefühl haben, dass die Politik, so wie sie sich jetzt gestaltet, für sie erfolgreich war, da muss man doch fragen: Warum sollten wir das ändern? Ändern um des Änderns Willen halte ich für nicht klug."

SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz hält Bouffier übrigens nicht für gefährlich, denn der setzt aus Bouffiers Sicht auf falsche Themen. „Das Grundthema der Sozialdemokratie entspricht nicht dem Grundempfinden in der Bevölkerung.“ Wenn die SPD etwa von wachsender Armut spreche, so sei das nicht die Grundmelodie in diesem Lande, so Bouffier im Interview mit hr-iNFO.

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Interview-Reihe: "Macher, Menschen, Meinungsführer - Hessische Spitzenpolitiker zur Bundestagswahl"

In "Das Interview" haben wir in dieser Woche von Montag bis Samstag um 19:35 Uhr hessische Spitzenpolitikerinnen und -politiker zu Gast.

Montag: Nicola Beer, FDP
Dienstag: Volker Bouffier, CDU
Mittwoch: Thorsten Schäfer-Gümbel, SPD
Donnerstag: Janine Wissler, Linke
Freitag: Tarek Al-Wazir, Grüne
Samstag: Mariana Harder, AfD

Die Interviews können Sie im Anschluss hier als Podcast nachhören.

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Sendung: hr-iNFO, 29. August 2017, 19:35 Uhr

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