Sabine und Daniel Röder (Pulse of Europe)
Sabine und Daniel Röder haben die Bewegung "Pulse of Europe" gegründet Bild © hr

Sabine und Daniel Röder aus Frankfurt sind Europafreunde und gehen dafür regelmäßig auf die Straße. Sie sind die Erfinder von "Pulse of Europe". Am Anfang stand eine E-Mail-Aktion an Freunde und Bekannte, jetzt wehen in über 90 Städten in ganz Europa sonntags die blauen Flaggen.

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Es ist November 2016, Sonntagnachmittag 14 Uhr: Die Frankfurter Sabine und Daniel Röder stehen im Europaviertel. Gerade mal 200 andere Menschen sind mit ihnen auf die Straße gezogen. Der "Pulse of Europe" schlägt zum ersten Mal. Zum ersten Mal zeigen die Menschen Flagge für Europa. Zeitsprung. Es ist April 2017, wieder sonntags 14 Uhr: In 93 Städten in zwölf europäischen Ländern gehen etwa 45.000 bis 50.000 Bürger auf die Straßen. Für Europa. Der "Pulse of Europe" ist lauter geworden.

Jeden Sonntag trifft sich die bunte Bürgerbewegung mittlerweile: Studenten, Angestellte, Liberale und Linke wollen endlich auch einmal für etwas sein, nicht immer dagegen. Es werden Europa-Fähnchen geschwungen, ein "offenes Mikrofon" lädt jeden ein, ein Plädoyer für Europa zu halten. Die Grundstimmung ist positiv, fast feierlich. Europa wird erstmals wahrgenommen als etwas, dass einem ans Herz gewachsen ist, als etwas, für das es sich lohnt, zu kämpfen. Ein Europa, das gewollt ist.

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Zur Person

Sabine und Daniel Röder sind die Erfinder von "Pulse of Europe". Am Anfang stand eine E-Mail-Aktion an Freunde und Bekannte, jetzt wehen in über 90 Städten in ganz Europa sonntags die blauen Flaggen. "Wir wollten nicht erst aktiv werden, wenn es zu spät ist", erklären sie im Interview mit Stefan Bücheler.

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Dieses gemeinsame Gefühl zeichne "Pulse of Europe" aus, findet Sabine Röder. Seit November 2016 habe sich die Bürgerbewegung weiterentwickelt: "Also im Moment ist es so, dass auf unseren Veranstaltungen durch diese Emotionalität etwas ganz Neues entsteht. Das ist etwas, das mehr und mehr wächst – und zwar der Gedanke, dass Europa etwas Emotionales ist, nicht etwas rein Technokratisches."

"Wir überlegen, ob wir politischer werden"

Pro Europa – das ist das vorantreibende Motiv der "Pulse of Europe"-Bewegung. Das Gefühl „Wir wollen Europa“ lässt erstmals Menschen demonstrieren, die üblicherweise sonst nicht auf die Straßen ziehen. Der "Pulse of Europe" ist laut und deutlich in Europa zu hören. Er schlägt. Aber wofür eigentlich genau? Denn wie ein gemeinsames Europa aussieht oder aussehen könnte, konkretisiert die Bewegung nicht. Zumindest noch nicht, wie Daniel Röder verrät: "Im Moment ist das verbindende Element das ganz klare ‚JA‘ zu Europa, das klare ‚JA‘ zu einer wie auch immer verfassten EU. Das war uns am Anfang erst einmal wichtig. Wir überlegen jetzt, ob wir politischer werden, konkrete Forderungen stellen – das birgt Risiken, hat aber auch Chancen."

Sabine und Daniel Röder mit Stefan Bücheler
Sabine und Daniel Röder mit hr-iNFO-Reporter Stefan Bücheler Bild © hr

"Pulse of Europe" steht vor seinem nächsten Schritt

 Denn die Bewegung könnte sich an einer konkreten Frage zerstreiten. Zu viele Menschen mit ganz unterschiedlichen Haltungen versammeln sich derzeit im Takt des Herzschlags für Europa. Aber gerade diese Vielzahl ist auch die Kraft, die in der Bewegung liegt. Sabine und Daniel Röder wollen sich aber mit der Frage der Weiterentwicklung ihrer Bewegung nicht hetzen lassen. "Das ist eine schwierige Abwägung, die wir zu treffen haben. Wenn wir damit anfangen, konkreter zu werden, werden wir sofort 50 bis 80 Prozent der Leute verlieren", erklärt Daniel Röder.

Trotz dieser Befürchtung wird „Pulse of Europe“ langfristig einen nächsten Schritt wagen müssen. Das ist auch dem Frankfurter Ehepaar Röder klar. "Wöchentliche Kundgebungen werden über Jahre nicht funktionieren. Das ist kein Dauerzustand. Wir müssen uns etwas Cleveres überlegen", weiß auch Daniel Röder. Die kurzfristige Agenda für "Pulse of Europe" ist aber schon gesetzt. Der nächste wichtige Schritt? Die Wahl im Nachbarland Frankreich. Da gelte es laut Daniel Röder vorab zu zeigen: "Wir die deutschen Bürger lieben Frankreich." "Pulse of Europe" will mobilisieren, Mut und Lust zum Wählen machen – pro europäisch.

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Sendezeiten

Donnerstag (13.04.), 19.35 Uhr
Samstag (15.04.), 10.05 & 14.05 & 18.35 Uhr

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