Willi van Ooyen
Der hessische Linkenpolitiker Willi van Ooyen Bild © picture-alliance/dpa

Am Dienstagabend ist Willi van Ooyen im Landtag offiziell verabschiedet worden. Der 70-Jährige hat sein Abgeordneten-Mandat am Wochenende zurückgegeben. Bis dahin war er Fraktionschef der Linken, die er 2008 erstmals in den Hessischen Landtag geführt hatte. Jetzt macht er Platz für einen Jüngeren.

Van Ooyen hat nie bestritten, dass die Parlamentsarbeit für ihn nur an zweiter Stelle rangiert. Es ist vielmehr die außerparlamentarische Arbeit, die ihn stets viel mehr gereizt hat – buchstäblich auf der Straße. Denn Demonstrationen auf der Straße haben ihn bekannt gemacht: Willi van Ooyen ist seit Jahrzehnten das bekannteste Gesicht der Ostermarsch-Bewegung. Und als Friedens-Aktivist will er trotz parlamentarischem Ruhestand weitermachen.

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In „hr-iNFO-Das Interview“ räumt der Ostermarschierer der ersten Stunde, der vom Niederrhein stammt, ein, dass er Höhen und Tiefen erlebt habe. Ein Höhepunkt sicher die großen Demonstrationen der Friedensbewegung Anfang der Achtziger Jahre. Auf die Frage, warum sich heute sehr viel weniger Menschen an Ostermärschen beteiligen, meint er, es gebe eine gewisse Resignation: „Ob Menschen auf die Straße gehen, entscheiden sie danach, ob es etwas bringt und die Politik verändern könnte“. Diese Erwartung gebe es derzeit nicht. Aber: die Friedens-Hymne „we shall overcome“ passe auch heute noch.

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So, 23.4.17 um 10:05 Uhr

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Van Ooyen muss mit dem Vorwurf leben, dass die Deutsche Friedensunion, an deren Spitze er zeitweise mitgearbeitet hat, von der DDR mitfinanziert wurde. Es sei ihm stets um die Inhalte seiner Arbeit gegangen, meint er dazu, unabhängig von der Finanzierung. Wenn Donald Trump die Ostermärsche finanzieren wolle, habe er auch keine Bedenken. Die CDU nennt den Linken-Politiker einen „Wolf im Schafspelz“. Van Ooyen bezeichnet die politischen Konkurrenten als „Kriegsparteien“, weil sie die Beteiligung der Bundeswehr an Kriegen zugelassen hätten. Jenseits des politischen Streits ist van Ooyen als bekennender Frankreich-Fan ein Freund der dortigen Lebensart.

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