Marlon Brando als Don Corleone in "Der Pate"
Marlon Brando als Don Corleone in "Der Pate" Bild © picture-alliance/dpa

Gütesiegel gibt es viele, doch eins dürfte den meisten Verbrauchern bisher eher unbekannt sein: "mafiafrei". Gibt es unter anderem im Weltladen in Gießen. Was hat es damit auf sich?

Im Fairtrade- und Weltladen in Gießen stehen in den Regalen neben Waren aus Indien, Afrika und Südamerika auch solche aus Italien. Für manchen Verbraucher zunächst recht unverständlich, denn Italien ist ja kein Entwicklungsland, aber die Produkte erfüllen trotzdem gleich zwei Bedingungen und damit die Grundvoraussetzung für einen Verkauf im Weltladen, sagt die ehrenamtliche Mitarbeiterin Sigrid Kehm. Sie sind fair gehandelt und mafiafrei.

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Das heißt: Die Jugendlichen, die auf diesen Gütern arbeiten, würden fair bezahlt, verfügten über einen Arbeitsvertrag und eine Lehrstelle, so Kehm. "Früher gehörten diese Güter der Mafia an und jetzt hat sich ein Pater dafür eingesetzt, Luci Ciotti, der diese Jugendlichen von der Straße holen wollte, um ihnen eine Lebensperspektive zu geben, damit sie nicht für die Mafia arbeiten müssen und das ist ihm sehr gelungen."

Initiator ist Feind Nummer eins der Mafia

Damit freilich ist der Anti-Mafia-Priester für die Organisierte Kriminalität in Italien zum Feind Nummer eins und der am stärksten gefährdete Mann des Landes geworden. Sein Projekt heißt "Libera Terra" (befreite Erde). Um es zu unterstützen, bietet der Gießener Weltladen einige Produkte an: Weißwein aus Sizilien etwa, Rotwein, Nudeln, Marmelade und Öl.

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Da die Gießener Mitarbeiter nicht selbst überprüfen können, ob die Produkte wirklich mafiafrei und mit fair gehandelten Waren hergestellt sind, verlassen sie sich auf Kontrollen des Fairhandelszentrums in Deutschland. "Es besteht ein Siegel. Jeder, der faire Produkte handelt, bekommt ein Siegel und damit ist es für uns gewährleistet, dass das wirklich mafiafrei und fair gehandelt ist", erklärt Mitarbeiterin Sigrid Kehm.

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Dadurch liegen die Waren preislich deutlich höher als andere hier im Handel aus Italien stammende Produkte: der Rotwein bei knapp zwölf, die Nudeln bei 2,75 Euro. Trotzdem geht der Wein sehr gut. Allerdings: den sehr aufgeklärten Weltladen-Kunden sind die Produkte und der Hintergrund oft unbekannt. Aber einig sind sich doch fast alle, die gefragt werden, dass sie die Mafia bestimmt nicht unterstützen wollen.

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