Pendler am Hauptbahnhof Frankfurt
Pendler am Hauptbahnhof Frankfurt Bild © picture-alliance/dpa

Immer mehr Menschen in Deutschland pendeln zu ihrem Arbeitsplatz. Das ist das Ergebnis einer bundesweiten Auswertung des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung, die gerade veröffentlicht wurde. Die Gründe dafür hat unser Reporter recherchiert.

1. Wie viele Menschen in Deutschland pendeln?

Laut Auswertung des Instituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) pendeln 60 Prozent aller Beschäftigten. Das sind deutlich mehr, als noch vor etwa 15 Jahren. Laut Statistischem Bundesamt waren im Februar in Deutschland rund 44 Millionen Menschen in Arbeit. Heißt konkret: Ungefähr 26 Millionen Menschen pendeln zwischen Arbeitsplatz und Wohnort.

2. Welche Regionen sind besonders betroffen?

Ganz klar: Die sogenannten Metropolregionen – die Regionen also rund um die großen Städte in Deutschland, wie etwa Frankfurt, Stuttgart, Hamburg oder auch Leipzig. An der Spitze steht laut BBSR München mit über 350.000 Pendlern täglich – fast gleich auf liegt aber Frankfurt. Den größten Zuwachs an Pendlern hatte laut der Studie Berlin.

3. Wie ist die Situation in Hessen?

Aktuelle Zahlen aus dem vergangenen Jahr liefert dazu die Bundesagentur für Arbeit. Neben Frankfurt pendeln auch relativ viele Menschen nach Wiesbaden, Darmstadt und Kassel, jeweils zwischen 60.000 und 70.000 Menschen jeden Wochentag. Ganz anders sieht es aus in strukturschwächeren Regionen, also da, wo es wenig Arbeit gibt. In den Werra-Meißner-Kreis, Vogelsbergkreis oder Landkreis Waldeck-Frankenberg pendeln unter 10.000 Menschen.

4. Was sind die Gründe für das Pendeln?

Vor allem liegt es laut BBSR an den Situationen auf dem Arbeits- und Wohnungsmarkt. Demnach gibt es die hochwertigen, gut bezahlten Jobs oft in den großen Städten. Gleichzeitig sei dort aber oft der Wohnraum knapp – und dadurch viel zu teuer. Deswegen entschieden sich viele Arbeitnehmer für das Modell: Job in der Stadt, wohnen außerhalb.

5. Wie wird sich das Pendeln in Zukunft entwickeln?

Viel hängt von der Politik ab: Bleibt der Arbeitsmarkt weiter stabil? Was wird getan in Sachen Wohnungsbau? Das sind die entscheidenden Fragen in den nächsten Jahren. Der Trend aber zeigt schon jetzt: Zumindest die Pendeldistanzen stagnieren mittlerweile und werden nicht mehr größer. Das liegt laut Institut für Bau-, Stadt- und Raumforschung am stabilen Arbeitsmarkt.

Das Thema als Podcast.

Pendlerbewegungen in Deutschland

Karte: Das sind die durchschnittlichen #Pendeldistanzen der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im Jahr 2015 https://t.co/xhCoTXCg1Y

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