Hacker an Computertastatur
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Schon immer haben Regierungen sich der Spionage bedient, um herauszufinden, was andere Staaten vorhaben, mit wem sie kooperieren und wie man politisch auf sie Einfluss nehmen kann. Doch immer häufiger rutschen Cyberattacken in den Vordergrund des Politgeschehens. Drei Beispiele.

Das iranische Atomprogramm

Hat ein Computerwurm das iranische Atomprogramm gestoppt? 2010 meldete die iranische Regierung, dass rund 30.000 ihrer Computer von Hackern angegriffen worden seien. Das dementierte sie kurz danach wieder. Aber später gab es immer wieder Geheimdienstmitarbeiter, die behaupteten, der Computerwurm Stuxnet habe das iranische Atomprogramm angegriffen.

Der Whistleblower Edward Snowden bestätigte, Stuxnet sei eine Entwicklung der NSA und Israels. Beweisen konnte er das nicht. Wie viel Schaden Stuxnet genau angerichtet hat, ist schwierig zu sagen. Der ehemalige Präsident Irans Ahmadinedschad gab später zu, dass der Computerwurm die Urananreicherung unbemerkt beeinflusst habe. Angeblich soll der Wurm über russische Technik eingeschleust worden sein.

Die französische Präsidentschaftswahl

Kurz vor der Wahl in Frankreich war bekannt geworden, dass die Computer der Bewegung „En marche“ gehackt wurden. Ähnlich wie bei dem Angriff auf den deutschen Bundestag, wurden auch hier so genannte Phishing Mails eingesetzt. Erst dadurch, dass sie geöffnet wurden, konnten sie auf die Computer von Macrons Partei zugreifen. Sie ergatterten Mails und Dokumente. Da der Wahlkampf in Frankreich aber bereits beendet war, war es offiziell verboten, diese Mails zu veröffentlichen.

Marine Le Pen hatte noch schnell darüber getwittert, dass die Inhalte angsteinflößend seien. Aber worum es in den Dokumenten genau ging, ist bis jetzt ein Geheimnis. Gerüchte gab es um angebliche Schwarz-Konten auf den Bahamas. Die Enthüllungsplattform Wikileaks meinte allerdings, die gehackten Dokumente hätten kein Material für einen Skandal geliefert. Ob der Hackerangriff die Wahl in Frankreich beeinflusst hat? Genau 65,9 Prozent der Stimmen holte Macron, bei den Umfragen zuvor hatte er bei etwa 60 Prozent gelegen.

Die US-Wahl

Russische Hacker haben die US-Wahl beeinflusst. Das glauben die amerikanischen Geheimdienste und haben einen Untersuchungsbericht dazu vorgelegt. Danach hätten russische Hacker die Mails der Demokraten vor der Wahl gehackt und wären so auch an die Rede von Hillary Clinton für Goldman Sachs gekommen. US-Präsident Trump widerspricht, dass Russland explizit ihn habe fördern wollen.

Laut Trump haben russische Hacker sowohl die Demokraten als auch die Republikaner angegriffen. Die Republikaner hätten sich nur ausreichend geschützt. Der Bericht der amerikanischen Geheimdienste wiederum glaubt, dass beide Parteien gehackt wurden, aber bewusst die Informationen über die Republikaner nicht veröffentlicht wurden.

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