Zwei Fäuste mit den Flaggen von Nord- und Südkorea
Bild © Colourbox.de

Die Lage zwischen Nord-und Südkorea ist angespannt wie schon lange nicht mehr. Seit über einem halben Jahrhundert schon tobt ein Konflikt zwischen den ehemaligen Bruderstaaten. Wie hat der Konflikt angefangen? Und wie haben sich die Feindseligkeiten verschärft?

Nach Ende des Zweiten Weltkrieges wurde die ehemalige japanische Kolonie Korea in zwei Staaten am 38. Breitengrad getrennt und einmal der Sowjetunion und den USA zugeteilt - eine Entscheidung, die das Schicksal beider Länder prägen sollte. Die Sowjetunion unterstützte den Norden wirtschaftlich und politisch, förderte den ehemaligen Partisanenkämpfer Kim Il-sung als Vorsitzenden der Kommunistischen Partei Koreas. Die USA unterstützten ihrerseits Rhee Syng-man, den ehemaligen Präsidenten der Exilregierung Koreas. Zwei politische Systeme grenzten da aneinander – aus einem ideologischen wurde ein echter Krieg, als 1950 nordkoreanische Truppen die Grenze zu Südkorea überschritten.

Der damalige US Präsident Harry S. Truman machte seinem Volk klar: Das Schicksal der Südkoreaner ist auch mit den USA verknüpft. Die nordkoreanischen Truppen überrennen zunächst die Südkoreaner, nehmen Seoul ein.  Im UN Sicherheitsrat wurde Nordkoreas Vorgehen als Friedensbruch deklariert. Die Vereinten Nationen stimmten einem Militäreinsatz zu, den die USA als Oberbefehlshaber führten. Die Sowjetunion unterstützte dagegen die Seite Nordkoreas. Es folgte ein Stellvertreterkrieg: Kapitalismus gegen Kommunismus.  

Personenkult versus Moderne

1953 endete der Krieg mit einem Waffenstillstand. Die Bilanz: nach Schätzungen etwa vier Millionen tote Menschen.  Beide Länder entwickelten sich seit den 50er Jahren höchst unterschiedlich. In Nordkorea entwickelte sich eine Herrscherdynastie mit Personenkult, die militärisch aufrüstete aber die eigenen Leute kaum mit Lebensmitteln versorgen kann. Das abgeschottete Reich, mittlerweile unter Kim Jong-un, gehört zu den ärmsten Ländern der Welt. Südkorea dagegen ist ein modernes, offenes Land, dem es wirtschaftlich gut geht.

Ab dem Jahr 2000 bemühten sich beide Seiten um vorsichtige Annäherungen, zum Beispiel durch die Sechs-Parteien-Gespräche zwischen Nord- und Südkorea sowie China, Russland, Japan und den USA über das Atomwaffenprogramm Nordkoreas. In den 2000ern gab es zudem immer wieder Familienzusammenführungen von Menschen, die sich seit Jahrzehnten durch die Trennung der Staaten nicht gesehen hatten. Doch die Friedensgespräche bleiben am Ende erfolglos.

Trump verschärfte den Ton

Seit 2013 droht eine erneute Eskalation des Korea Konflikts, nachdem Nordkorea Atombombentests durchgeführt hatte. Dafür verhängte die UN Sanktionen. 2015 testete Nordkorea auch Kurzstreckenraketen und provozierte damit nicht nur sein Nachbarland, sondern auch die westliche Welt. Seit der US Präsident Donald Trump im Amt ist, ist der Ton nochmal deutlich rauer geworden. Die Nordkoreaner fühlen sich bedroht, verurteilten den Raketenangriff der USA auf Syrien und provozieren nun mit neuen Raketentests. 

Weitere Informationen

Das Thema ...

...als Podcast
...in der Übersicht

Ende der weiteren Informationen
Jetzt im Programm