Yoga
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Yoga liegt im Trend. Knapp drei Millionen Menschen in Deutschland praktizieren es, Tendenz steigend. Was macht die philosophische Lehre aus Indien so beliebt?

Im Balance Yoga Institut in Frankfurt stimmen sich die Schüler ein auf ihre Stunde. Für sie ist Yoga genau das Richtige, weil "man entspannt, man gewinnt an Kraft und es ist ein tolles Körpergefühl", sagt eine Teilnehmerin. Es sei eine tolle Abwechslung zum Arbeitsalltag. "Und das Schönste: Man konzentriert sich einfach nur auf sich selbst." Eine andere empfindet beim Yoga "ein Gefühl von Fliegen, das mir von Anfang an gefallen hat, und deswegen mache ich immer weiter."

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Der Weltyogatag

Am 21. Juni ist Weltyogatag. Die indische Regierung unter Narendra Modi setzte sich dafür ein, dass die Vereinten Nationen ihn vor drei Jahren ausgerufen haben. Im Mutterland des Yogas praktizieren an diesem Tag hunderttausende Menschen vor laufenden Kameras ihre Yoga-Übungen. Mit dem Weltyogatag will der indische Premier Modi den Erfolg von Yoga, das mittlerweile Unesco-Weltkulturerbe ist, noch weiter ausbauen.

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Desiree Klink ist Yogalehrerin im Balance Yoga Institut. Sie vergleicht Yoga gerne mit dem Neustart eines Computers. Im Alltag kämen die Menschen häufig nicht so zur Ruhe, wie ihnen das dann im Yoga gelingt, meint sie. "Die Menschen haben einfach den Bezug zu sich selbst, zu ihrem Körper total verloren." Und sie würden sich nicht trauen, auch mal 'nein' zu sagen. "Das fällt glaube ich vielen ganz schwer. Das ist das, was wir wieder lernen müssen. Und das finden wir beim Yoga", so Klink.

"Tiefes Bewusstsein für den eigenen Körper"

Nur wie machen das ausgerechnet diese Yogaübungen? Der hauptsächliche Fokus beim Yoga liege im Vergleich zu anderen Sportarten darauf, "dass bei uns erst mal der Atem in den Vordergrund kommt", erklärt Yogalehrer Karsten Wittke. "Aus dem Atem passen wir dann die Bewegungsabläufe an. Und dadurch stellt sich ein sehr tiefes Bewusstsein auf den eigenen Körper wieder ein." Das schule letztlich die Körperwahrnehmung, sagt er. Und damit auch die Achtsamkeit im Alltag.

Soweit die Erfahrungen der Yogapraktizierenden. Nur warum lassen sich immer mehr Menschen überhaupt darauf ein? Anja Kirig vom Zukunftsinstitut in Frankfurt sagt, das habe  verschiedene Gründe: Zum einen sei das Interesse an fernöstlichen Philosophien größer geworden, davon profitiere auch Yoga. Ein weiterer Aspekt sei "sicherlich eine sport- oder fitnessorientierte Funktion, die Yoga übernimmt", meint Kirig.

Schick & hip: "Mit Yoga wird auch ein Lebensstil verkauft"

Dabei ist Yoga nicht gleich Yoga, denn es gibt viele verschiedene Richtungen - nicht nur im Westen, sondern auch schon im Ursprungsland Indien. Und das werde sich auch noch weiter entwickeln, sagt Anja Kirig, und weitere Menschen auf Yoga neugierig machen. Es sei natürlich auch "ein Style", es sei "schick und hip", Yoga zu machen.

Mit Yoga werde auch ein Lebensstil verkauft, auch über "Kleidung, über Tools, über Accessoires", sagt Kirig. "Und die werden natürlich teilweise auch zu wirklich sehr hohen Preisen verkauft. Also ganz sicher ist es ein Konsummarkt." Nur wie groß der insgesamt ist, lässt sich schwer berechnen. Denn Yoga gibt es nicht nur in Yogastudios, sondern längst in zahlreichen Fitnesstudios.

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