Passwort
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Wenn Mitarbeiter einfache Passwörter besitzen und über Jahre beibehalten, können Kriminelle ihre Accounts schnell knacken. Für Unternehmen wie für Privatleute wird es dann brenzlig. Also sollten Sie Ihre Passwörter im Auge behalten - und den Hackern zuvorkommen. So funktioniert es.

Der Anfängerfehler: viele Seiten, ein Passwort

Fast die Hälfte der Deutschen ist genervt von Passwörtern. Das besagt eine aktuelle Studie. Die meisten Menschen nutzen 15 bis 30 verschiedene Portale und für alle wird ein Passwort benötigt. Kein Wunder, dass viele da häufig dasselbe Passwort verwenden. Wir sind alle ein bisschen faul. Die Sicherheitslücke dadurch ist allerdings enorm - und wird umso größer, je unsicherer das Passwort ist.

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Ihr perfektes Passwort

Nehmen Sie sich einen Satz und bilden Sie aus den jeweiligen Anfangsbuchstaben und Satzzeichen ein Passwort. Zum Beispiel: "Ich höre seit 6 Uhr hr-iNFO, weil ich es mag!" Und fertig ist die Zeichenkombination: "Ihs6Uh,wiem!"

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Die schlechtesten Passwörter

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Die Top 5 der schlechtesten Passwörter

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Unser Vorschlag also: Nehmen Sie sich einen Satz und bilden Sie aus den jeweiligen Anfangsbuchstaben und Satzzeichen ein Passwort. Zum Beispiel: "Ich höre seit 6 Uhr hr-iNFO, weil ich es mag!" Und fertig ist die Zeichenkombination: "Ihs6Uh,wiem!" Und wenn Sie jetzt nicht alle den gleichen Satz nehmen, ist diese Kombination sehr sicher. Natürlich sind Sie nur ein echtes Vorbild, wenn Sie für jede Plattform ein eigenes Passwort nutzen. Denn sonst gilt: Ist Ihr Passwort ein Mal geknackt, können Angreifer auf allen Plattformen mit diesem Passwort Schindluder treiben.

Die Softwarelösung: Passwort-Manager

Um es sich mit einer Vielzahl an komplexen Passwörter leichter zu machen, greifen immer mehr Menschen auf einen Passwortmanager zurück. Dabei brauchen Sie sich nur noch ein Passwort merken, das wie ein Generalschlüssel fungiert. Der Passwortmanager speichert also Ihre Passwörter in der Regel verschlüsselt ab und entschlüsselt sie, sobald Sie das Master-Passwort eingegeben haben. Doch auch bei dieser Software ist es möglich, dass Ihr Master-Passwort zu schwach ist.

Manche Anbieter speichern die verschlüsselten Passwort-Daten zudem auf Unternehmensservern, die wiederum Ziel von Cyberkriminellen sind. Probieren Sie also sich mit Hilfe von Eselsbrücken oder einem Baukastenprinzip (ein Beispiel kennen Sie ja jetzt) sich ein Passwort pro Seite zu merken und regelmäßig - also mindestens ein Mal pro Jahr - zu ändern. Damit bleiben Sie auf der sicheren Seite.

Überprüfen Sie regelmäßig Ihre Daten

Sollten Sie Grund zu der Annahme haben, dass Ihre Daten nicht mehr sicher sind, können Sie den Leak-Check des Hasso-Plattner-Instituts nutzen. Prüfen Sie, ob ihre Daten und Passwörter noch sicher sind. Auch vorbeugend kann dieser Service nützlich sein. Wer ängstlich zurückschreckt, weil die Feststellung, dass die eigenen Daten ja schon im Umlauf ist, wirkt manchmal gelähmt. In Unternehmen weil Mitarbeiter Angst vor Fehlern haben, im Privaten weil sie die Risiken lieber ausblenden, bis wirklich etwas Schlimmes passiert. Aber wenn Sie Ihren Haustürschlüssel verlieren, warten Sie schließlich auch nicht, bis die Wohnung leer ist, um das Schloss auszutauschen.

Das Hasso-Plattner-Institut bietet jedenfalls einen Service an, der Ihre Daten mit geleakten, also bei Cyberangriffen erbeuteten und öffentlich gemachten Datensätzen abgleicht. Sie geben Ihre E-Mailadresse ein und erhalten eine Antwort, ob Ihre Geburtsdaten, Passwörter, Name oder Anschrift im Netz veröffentlicht (und missbraucht) wurden.

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