Dalida
Bild © Luc Roux

In Deutschland wurde sie mit dem Song "Paroles paroles" bekannt, in Frankreich ist sie noch heute – 30 Jahre nach ihrem dramatischen Selbstmord - ein Superstar: Dalida. Die Regisseurin Lisa Azuelos hat ihr nun einen Film gewidmet - spannend, dramatisch, herzergreifend. Ein Muss, nicht nur für ihre Fans.

Worum geht es?

"Die Chansons sind meine Kinder, ich bin mit der Bühne verheiratet und wenn ich auftrete, ist das wie Geschlechtsverkehr", das sagte Dalida auf dem Höhepunkt ihrer Karriere. "Mourir sur scene" - auf der Bühne sterben ist einer von Dalidas größten Erfolgen und der Song ist so etwas wie die musikalische Metapher ihres Lebens. Ein Leben geprägt von beruflichen Höhenflügen und privaten Schicksalsschlägen.

Der Film beginnt mit dem versuchten Selbstmord des Stars, nämlich als sie erfährt, dass ihr Geliebter sich das Leben genommen hat. Dann springt der Film - immer wieder in Rückblenden und zeigt die Ereignisse, die Dalidas Leben prägten. Ein Leben so intensiv, mysteriös und überschwänglich, wie es nur ein Superstar führen kann.

Externer Inhalt
Ende des externen Inhalts

Die Schauspieler

Sveva Alviti ist die Reinkarnation der charismatischen Sängerin Dalida. Alviti ist Italienerin und DIE Entdeckung der Saison. Sie sieht Dalida nicht nur verblüffend ähnlich, sondern sie schafft es auch, den Akzent der Sängerin genau nachzumachen. Ihre Mimik, ihre Gestik, alles erinnert an Dalida und man vergisst nach einer Weile, dass es sich hier um eine filmische Nacherzählung handelt. Sveva Alviti war bis zu ihrem 17. Lebensjahr Tennisspielerin, bis sie in New York eine Karriere als Modell begann. Irgendwann wagt sie mutig den Sprung vor die Kamera und überzeugt. Alviti zieht einen in den Bann, und personifiziert das tragische Leben von Dalida, so überzeugend, so gefühlvoll, dass man auf das Ende des Films hinfiebert, obwohl das ja bereits bekannt ist.

Die Regisseurin

Lisa Azuelos wollte einen Film über die Einsamkeit machen, über die Suche nach Liebe und den Tod. Die französische Regisseurin wurde 2008 bekannt mit ihrer Komödie LOL mit Sophie Marceau, die dann in den USA nachgedreht wurde - und dort floppte - anders als in Europa. Azuelos reizen die großen Gefühle - und wenn jemand große Gefühle zeigte, dann Dalida. Mit Gesten und einer Mimik so intensiv wie bei einer Stummfilmdarstellerin. Was Azuelos zudem zeigt und was nicht in der Biografie des Stars zu lesen ist, ist Dalidas Schwangerschaft. Weil ihr Liebhaber 11 Jahre jünger war, trieb sie das Kind ab. Sie litt und schwieg - und schrieb darüber eines ihrer erfolgreichsten Lieder.

Sehenswert?

Dalidas Leben hätte man nicht erfinden können. So stark, unkonventionell und schillernd wie es sich ein Filmemacher nur erträumen kann. Auch wenn Regisseurin Azuelos zwischen den Jahren und den Ereignissen hin- und herspringt, so überträgt sich doch die Intensität und die Dramatik in den Kinosaal. Nicht zuletzt dank der sagenhaften Hauptdarstellerin Sveva Alviti.

Azuelos hatte zudem Zugang zu Dalidas persönlichem Archiv – durch deren noch lebenden Bruder, der sie auch managte. Dadurch bekommen wir intime Einblicke in das Leben des Stars, aber vielleicht auch eine leicht geschönte Ansicht. Das macht aber nichts.

"Dalida" ist der Film einer Ikone, die über ihren Tod hinaus noch strahlt. Spannend, dramatisch, herzergreifend. Ein Muss, nicht nur für ihre Fans.

Weitere Informationen Ende der weiteren Informationen

Sendung: hr-iNFO, 9. August 2017, 16:10 Uhr

Jetzt im Programm