What happened to Monday
Bild © Netflix

7,5 Milliarden Menschen leben heute auf dem Globus, 11 Milliarden werden es Ende des Jahrhunderts sein. Wie sollten wir mit der Überbevölkerung umgehen? Der neue Film von Regisseur Tommy Wirkola zeigt eine Lösung auf ... Science Fiction vom Feinsten, meint unser Filmchecker.

Worum geht es?

Monday, so heißt eine junge Frau, die sich zusammen mit ihren sechs eineiigen Schwestern verstecken muss. Die Erde ist überbevölkert und ein Kinder-Zuteilungsbüro, unter Leitung der gnadenlosen Nicolette, versucht diese strikte Familienpolitik durchzusetzen. Monday riskiert täglich festgenommen und eingefroren zu werden, daher entwickelt sie mit ihren Schwestern eine Überlebensstrategie. Jede von ihnen darf nur an einem Tag der Woche das Haus verlassen. Zudem müssen sie sich immer identisch kleiden, damit jeder glaubt, es handele sich um die gleiche Person. Eines Tages aber, an einem Montag, kommt Monday nicht nach Hause. Das Drama beginnt.

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Die Schauspieler

Noomi Rapace spielt Monday und all ihre sechs Schwestern. Die Schwedin wurde international mit der Krimi-Milleniumsserie nach Stieg Larsson bekannt, wo sie bereits in der Hauptrolle beeindruckte. In "What Happened To Monday?" läuft Noomi Rapace gleich siebenfach zu Höchstform auf. Vor allem wenn sie sich mit ihren Schwestern zusammen in der Wohnung aufhält. Unterschiedlich geschminkt und gekleidet, gelingt es der Schwedin tatsächlich uns vorzumachen, es handele sich um sieben verschiedene Menschen mit dem gleichen Gesicht. Monday ist eine rationale, angepasste Frau. Friday ein Computerfreak und Saturday begegnet uns als Party-Girl. In ihren unterschiedlichen Rollen beweist Rapace, was für eine tolle Schauspielerin sie ist. Zusätzlich wird das Publikum mit Hollywood Ikone Glenn Close belohnt, die hier eine eiskalte Kinderjägerin spielt sowie Willem Dafoe, der als Vater der Siebenlinge die Kinderzuteilungsbehörde austricksen muss. Insgesamt ein brillantes Ensemble.

Der Regisseur

Tommy Wirkola beweist, dass man in Hollywood Karriere machen kann, auch wenn man aus einem kleinen abgelegenen Dorf in Europa kommt. Der Norweger studierte Film- und Medienwissenschaften in Norwegen, setzte ein Aufbaustudium in Australien drauf und begeisterte seine Landsleute mit einer Parodie auf Tarantinos Kill Bill. Dann entdeckte Wirkola für sich die Nische der Zombie-Filme und erlebte mit seiner Nazi-Zombie Komödie "Dead Snow" seinen internationalen Durchbruch. Hollywood biss an und produzierte mit ihm den Erfolgsfilm "Hänsel und Gretel: Hexenjäger" und seitdem schlägt Wirkola eine neue Richtung ein. "What happened to Monday" ist Science Fiction vom Feinsten, der mit dem Thema Überbevölkerung ethische Probleme anspricht, die aktueller nicht sein könnten.

Sehenswert

Tommy Wirkolas Film lebt von der originellen Geschichte und der aufregenden, sensationellen Noomi Rapace. In "What happened to Monday?" werden ethische Fragen über Gemeinschaft und Individualität aufgeworfen, die uns aktuell beschäftigen. Das macht den Film sehr interessant und spannend. Insofern gehört Wirkolas Thriller zu den Science Fiction Dramen, die nicht weit von unserer Realität entfernt sind. Am faszinierendsten jedoch ist die schauspielerische Leistung von Noomi Rapace. Dieser Film macht richtig Spaß.

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Sendung: hr-iNFO, 11.10.2017, 16:10 Uhr

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