Wladimir Putin
Wladimir Putin chillt sein Leben. Bild © picture-alliance/dpa

Wladimir Putin macht Urlaub. Russlands Präsident geriert sich auch in diesem Jahr wieder als toller Hecht, der angelt, Quad fährt und sich sonnt. Natürlich oberkörperfrei.

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Wir sind sofort mittendrin. Die Kamera auf Putins Rücken geheftet, folgen wir dem russischen Präsidenten ein kurzes Stück über einen Holzsteg durch den Wald. Dann ein paar Stufen hinauf zu einer Holzhütte. Die Kamera wackelt, Putin verschwindet aus dem Bild, taucht wieder auf, zieht seine Jacke aus und wirft sie in die Ecke. Schnitt.

Man kennt solche Bilder. Aus den Hochzeiten des Camcorders. Nicht schön, nicht spannend und wild zusammengestückelt. Nur ist auf diesen eben der russische Präsident zu sehen.

Bald wird gewählt

"Er war in der schwer zugänglichen Taiga unterwegs. Dort hat er in Bergseen geangelt, unter Wasser Fische gejagt, sich gesonnt und die Flüsse mit Booten und Fähren erkundet. Er ist in den Bergen gewandert und Quad gefahren", sagt Kremlsprecher Dmitri Peskow. Und all das kann sich der geneigte Zuschauer nun 47 Minuten lang ansehen. Schon vor einigen Tagen wurden erste Bilder und Videos von Putins Kurzurlaub veröffentlicht – unter anderem sieht man darauf, wie der russische Präsident mit einem selbst gefangenen Hecht posiert. Oberkörper frei.

Putin sehe besser aus als 2007, jubelte die Autorin einer kremltreuen Zeitung am Montag und prognostizierte, dass dieser Körper bei den kommenden Wahlen die Mehrheit der Stimmen holen werde. Im Netz aber gehen viele Kommentare in eine andere Richtung: sein Torso sei das einzige, was der bald 65-Jährige seinem Volk noch zu bieten habe – so die Grundaussage der kritischen Kommentare und Fotomontagen. Ein Twitter-User schreibt: Putin "oben ohne?" – es müsse bald Wahlen geben.

"Ganz besondere Aufnahmen"

Tatsächlich ist man solche Auftritte des russischen Präsidenten schon gewohnt. Das Bild, das zeigt, wie Wladimir Putin mit nacktem Oberköper durch die Wildnis reitet, ist nicht nur in Russland schon fast eine Ikone der Zeitgeschichte. Nun aber hat der Kreml nachgelegt. Bereits am Freitag versprach Putins Sprecher Dmitri Peskow: "Er hat unter Wasser Fische gejagt. In einem Schwimmanzug und er hatte eine GoPro Kamera mit dabei. Deswegen gibt es ganz besondere Aufnahmen von der Hechtjagd."

Diese "ganz besonderen Aufnahmen" aus einer an Putins Schnorchel befestigten Kamera kommen in der Langfassung des Urlaubsfilms etwa bei Minute 15. Zu sehen ist vor allem trübes Wasser und wie Putins Harpune einen Hecht trifft. In nur wenigen Augenblicken ist alles vorbei. Danach wird ganz normal geangelt. Wieder oberkörperfrei. Der Urlaubsfilm endet mit einem ausgiebigen Hubschrauberflug über die südsibirische Taiga. Der Zuschauer hört viel Lärm und schaut ins weite Nichts.

Sendung: hr-iNFO, 8.8.2017, 10:35 Uhr

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