Frau steht an einem erhöhten Schreibtisch im Büro
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Wer weniger sitzt, tut nicht nur seinem Rücken etwas Gutes. Er kann dadurch auch abnehmen, wie eine Studie aus den USA zeigt.

Dr. Francisco Lopez-Jimenez und seine Kollegen haben sich zahlreiche bereits veröffentlichte Studien noch einmal angeschaut. Das Ergebnis der Forscher der gemeinnützigen Mayo Clinic in Minnesota: Ja, man kann im Büro ganz nebenbei abnehmen – rein theoretisch. "Beim Stehen werden mehr Kalorien verbrannt. Nicht sehr viel mehr, aber genug. Am Ende eines Jahres dürften es schon 2 Kilo sein."

Dafür müsste man allerdings jeden Tag konsequent sechs Stunden lang auf den Beinen sein, gibt der Kardiologe Lopez-Jimenez zu. Und man sollte nicht gleich zum Kühlschrank rennen. Aber besser als gar nichts. Denn langes Sitzen versetze den Körper in eine komplette Ruhehaltung, erklärt der Wissenschaftler. Unsere Muskeln scheinen für solche längeren Phasen nicht geschaffen zu sein.

Schon geringe Aktivität hat Effekt

Tschüss, Bürostuhl! Einige Kollegen schwören bereits aufs Stehpult. Das ist aber auf Dauer auch nicht so gesund, warnten zuletzt etwa kanadische Wissenschaftler. Ja, was denn nun? Eben alles in Maßen. Nur nicht übertreiben, lautet der Medizinerrat: "Schon geringe Aktivitäten haben einen Effekt. Erstaunlicherweise bringt es bereits sehr viel, wenn sie nur wenige Minuten pro Stunde aufstehen. Das heizt den Zuckerstoffwechsel im Körper erheblich an", sagt Lopez-Jimenez.

Ob Miniausflug zum Kopierer oder einfach nur drei Schritte zum Papierkorb – das sei besser als nichts. Und: Selbst wer sich kleine Ziele setzt, tue seinen Muskeln und dem Herzkreislauf Gutes. "Und dann langsam steigern", rät der Mediziner. Ein bisschen Bürostuhl ist aus Wissenschaftlersicht also erlaubt.

Sendung: hr-iNFO, 14.2.18, 6:35 Uhr

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