Geld Kasse Supermarkt Sujet
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Die Bundesagentur für Arbeit will Geld sparen. Deshalb sollen künftig Vorschüsse zum Arbeitslosengeld in Supermärkten ausgezahlt werden. Das sei ein Verstoß gegen das Gesetz, sagt der ehemalige Datenschutzbeauftragte Peter Schaar.

Wer gibt schon gerne zu, arbeitslos zu sein und Geld vom Staat zu bekommen, noch dazu in aller Öffentlichkeit. In diese Lage könnten Arbeitslose in Zukunft öfter geraten, wenn ihnen kurz vor Monatsende das Geld ausgeht. Im Normalfall ist es so: Das Arbeitslosengeld wird aufs Konto überwiesen. Damit bleibt diese Information 'verborgen'. Manchmal aber wird ein Vorschuss gebraucht, beispielsweise, wenn das Geld am Monatsende knapp wird. Dann können Arbeitslosengeld-Empfänger ins Jobcenter gehen und dort an einem Auszahlungsautomaten einen Vorschuss abheben. Die Bundesagentur für Arbeit will diese Automaten aus Kostengründen jetzt abschaffen. Stattdessenkönnen sich Arbeitslose den Vorschuss an der Supermarktkasse auszahlen lassen, gegen einen Zettel mit einem Barcode.

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Diesen Zettel können sich die Berechtigten in der Arbeitsagentur bzw. im Jobcenter abholen. Damit geht es dann zu Supermärkten oder auch Drogerien. An der Kasse wird dieser Zettel vorgezeigt, eingescannt und der angezeigte Betrag sofort ausgezahlt. Allerdings kann das Geld auch bei einer Bank abgeholt werden, mit einem von der Agentur ausgestellten Scheck. Weiterhin bestehen bleibt auch das übliche Verfahren, Arbeitslosengeld I und II auf das eigene Konto überweisen zu lassen.

Die neue Variante mit dem Bargeld an der Supermarktkasse wird nach Angaben eines Sprechers der Agentur für Arbeit vor allem aus Kostengründen eingeführt. Allein im Vorjahr hätten sich die Kosten für die Kassenautomaten in den Arbeitsagenturen auf 3,2 Millionen Euro belaufen. Die Automaten sollen abgebaut werden. Sie seien auch störanfällig gewesen und waren außerdem nicht in jeder Agentur oder Jobcenter verfügbar. Die neue Lösung sei besser und kostengünstiger. Ziel ist die flächendeckende Einführung bis Ende des kommenden Jahres. Starten soll die Umstellung im zweiten Quartal 2018.

Sendung: hr-iNFO, 13.11.17, 9:25 Uhr

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