Kuba
María Magdalena Campos-Pons mit hr-iNFO-Kulturreporter Jan Tussing Bild © hr

Kuba ist bekannt für guten Rum und gute Musik. Beides befördert bekanntlich die gute Laune und die Geselligkeit. María Magdalena Campos-Pons stammt aus Kuba und sie hat ein Stück ihrer Kultur nach Kassel gebracht.

Die Künstlerin steht auf der Bühne ihrer provisorischen Bar – die Bar Matanzas. "Alles, was du hier siehst, die Wandmalereien, die Objekte,  gehört zu der 'Matanization' oder Kubanisierung von Kassel", sagt sie.

Die Kubanisierung Kassels findet in der Nordstadt statt, unmittelbar neben dem ehemaligen Schlachthof. Für die kubanische Künstlerin der beste Ort, denn hier treffen Menschen unterschiedlicher Kulturen aufeinander. So wie in ihrer Heimatstadt Matanzas in Kuba.

So sieht es aus

Die Bar Matanzas ist ein buntes Provisorium aus Holz. Eine Bühne, rechts und links gestützt von zwei curryfarbenen Wänden. Dazu Wandmalereien im Hintergrund - stilisierte grüne Palmen auf einem dünnen, weißen, fast transparenten Papier. Auf der Bühne stehen selbst gebaute grüne Metallstühle, sehr filigran mit einer geflochtenen Lehne und Sitzfläche aus blauer Plastikkordel.

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Die Bar Matanzas auf der documenta in Kassel Bild © hr

Gegenüber der Bühne steht eine Bar, ein kleiner rechteckiger, ebenfalls curryfarbener Bau, an dem kubanische Spezialitäten und Getränke ausgegeben werden. Es ist die Infrastruktur für einen Ort der Begegnung.

Das will die Künstlerin damit sagen

María Magdalena Campos-Pons ist in Matanzas geboren und darauf ist sie stolz, denn ihre Heimatstadt war und ist ein Ort, an dem viele Kulturen aufeinander treffen, wo sich Menschen austauschen können und daher auch viele neue Dinge entstehen.  So zum Beispiel die Rumba.

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Die Künstlerin María Magdalena Campos-Pons vor ihrer Bar Matanzas in Kassel Bild © hr

"Rumba wurde in einer Hafenbar geboren", erzählt die Künstlerin. "Von den Estibadores, den Hafenarbeitern, die die Zuckersäcke auf die Schiffe tragen mussten, die für Europa bestimmt waren. Mich interessierte die Bar als Ort. Ihre Funktion, ihre Rolle. Denn zumindest in Kuba ist sie eine Art Netzwerk, aus dem bedeutende kulturelle Errungenschaften kommen."

María Magdalena findet, alle Städte brauchen diesen Austausch der Kulturen. Und deswegen will sie vor allem auch anderen Künstlern eine Plattform bieten, ihre Ideen und Arbeiten vorzustellen. Nicht nur solchen, die auf die documenta eingeladen wurden. "Wir hoffen, dass wir hier eine gewisse Energie erschaffen, die eine Synergie mit dem Ort eingeht und Ausgangspunkt für andere Gespräche, neue Fragen, neue Aktionen ist", sagt sie.

So kommt es an

Die Begegnungsstätte von María Magdalena Campos-Pons ist so einfach wie bestechend. Ihre charmante Bühne stellt jeden Abend etwas Neues auf die Beine. Zum Mitmachen oder einfach nur zum Genießen. Insofern bietet sie eine willkommene Abwechslung zu den übrigen Kunstwerken der documenta, die sehr politisch, dokumentarisch und oft schwierig zu verstehen sind. Bar Matanzas ist die erfrischende Kubanisierung Kassels.

Sendung: hr-iNFO, 11.8.2017, 8:30 Uhr

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