Fotograf Akinbode Akinbiyi
Der Fotograf Akinbode Akinbiyi Bild © hr

Die documenta 14 in Kassel begreift sich als künstlerischer Kommentar zu der Welt, in der wir leben. Der in Deutschland lebende Fotograf Akinbode Akinbiyi interessiert sich für Spiritualität im Alltag – und will sie sichtbar machen.

„Ich reise immer hin und her. Ich bin ein sogenannter Weltenwanderer, so bezeichne ich mich am liebsten.“ Der Weltenwanderer heißt Akinbode Akinbiyi. Geboren in Oxford als Sohn nigerianischer Einwanderer, und seit 46 Jahren Wahldeutscher. Auf der Documenta 14 ist er mit Schwarz-Weiß Fotografien zu sehen. Alltagsfotos aus Berlin, Athen, Kassel, aber auch Nigeria und den USA. Der Titel seiner Arbeit: Übergänge, Unfreiwillige Erzählungen und der Klang überfüllter Räume.

So sieht es aus

Fotografien des Künstlers Akinbode Akinbiyi auf der documenta
Fotografien des Künstlers Akinbode Akinbiyi auf der documenta Bild © hr

Vier mal zwölf schwarz-weiß Fotos, gleichgroß und quadratisch, aufgereiht neben- und übereinander. Sie hängen an der Wand und zeigen Motive aus unterschiedlichen Regionen der Welt. Eine Straßenszene aus einer nigerianischen Stadt, darunter eine Frau, die ein deutsches Verkehrschild liest, rechts daneben im Großformat das Relief einer afrikanischen Maske aus Ton. Jedes Bild erzählt eine Geschichte, wobei offen bleibt, in welchem Zusammenhang die Motive untereinander stehen. Vier strenge Collagen, schrankwandgroß, mit je 12 Motiven: Menschen, Landschaften, Gebäude, aber auch Bäume oder Plakate. Scheinbar beliebig zusammengestellt.

Das will der Künstler damit sagen

Akinbode Akinbiyi interessiert sich für Spiritualität im Alltag. Und er will sie sichtbar machen. Dafür reist er um die Welt und sucht Orte auf, in denen Menschen zusammenkommen. „Wir leben hier auf der Erde zur Zeit, und wenn man feinfühlig tiefer reingeht in die verschiedenen Schichten, hier auf der Erde, dann bekommt man eine Ahnung, eine gewisse Vorstellung, wie das eigentlich ist, die sogenannte geistige Welt.“

Für Akinbiyi sind wir Menschen mit der Erde viel enger verbunden als wir denken. Unser Gefühl dafür sei uns abhanden gekommen. Akinbiyi bildet daher Rituale ab, oder Gesten – und sucht darin eine tiefere Bedeutung. Für documenta-Kurator BonaventureNdikung gehört er deswegen zu den großen Chronisten unserer Zeit. „Er schafft es sogar, Geräusche zu fangen, die Sachen, die in den kleinen, dunklen Ecken der Welt gesprochen werden. Schafft er es mit seiner Kamera zu fangen, und deshalb war er wichtig.“

So kommt es an

Akinbode Akinbiyi hat eine ehrgeizige Mission, aber sein Konzept erklärt sich nicht. Leider. Seine 48 Fotografien sind so dicht neben,- und übereinander gehängt, dass es schwierig ist, sich auf jedes einzelne zu konzentrieren. In den Räumlichkeiten des Naturhistorischen Museums gibt es auch keine Erklärung oder Einführung. Schnell wird man von den Filmen abgelenkt, die aus den Nachbarräumen tönen. So gehen Akinbiyis Arbeiten in der Flut der Bilder unter, verdient hätten sie eine prominentere Präsentation.

Weitere Informationen

Serie: documenta-Check

In der Zeit der documenta 14 in Kassel begleiten wir das Mega-Kunstevent mit einer wöchentlichen Serie, in der unser Kulturreporter besondere Kunstwerke unter die Lupe nimmt.

Ende der weiteren Informationen
Jetzt im Programm