Türkei Flagge
Bild © picture-alliance/dpa

260 Soldaten der Bundeswehr sind in Incirlik in der Türkei stationiert. Abgeordnete des Deutschen Bundestags wollten sie besuchen, die türkische Regierung hat das verboten. Deshalb sollte die Bundeswehr raus aus der Türkei, meint unser Korrespondent.

Die Bundeswehr ist eine Parlamentsarmee. Der Deutsche Bundestag bestimmt, wo, warum und wie lange sie im Ausland eingesetzt wird. Das ist gut so und so regelt es das Grundgesetz. Die Abgeordneten des Bundestags haben große Verantwortung für die Soldatinnen und Soldaten, wenn sie über die Verlängerung eines Mandats entscheiden. Und deshalb müssen sie sich auch ihr eigenes Bild machen können unter welchen Bedingungen die Bundeswehr im Einsatz arbeitet. Das sollte ein NATO-Partner respektieren. Tut die Türkei aber nicht!

Türkei verweigert Bundestagsabgeordneten Incirlik-Besuch

Stattdessen verweigert sie den Vertretern des Deutschen Volkes, die Soldaten zu besuchen. Diesmal wahrscheinlich weil türkische Offiziere in Deutschland Asyl erhalten haben. Vielleicht auch noch wegen des Zoffs um das Verfassungsreferendum. Oder warum auch immer. Mir ist der Grund inzwischen eigentlich auch egal.

Ich finde: irgendwann reichts! Was die türkische Regierung macht ist nichts anderes als Erpressung. Sie benutzt Incirlik als Faustpfand, um ihre Interessen bei anderen Themen durchzusetzen - und das geht gar nicht. Die Bundeswehrsoldaten sollten die Türkei verlassen, besser früher als später. Klar, ist das umständlich. Es dauert, es kostet Geld. Es bringt neue Probleme mit sich.

Die Bundeswehrsoldaten sollten die Türkei verlassen

Aber wenn sich deutsche Soldaten im Ausland für die Sicherheit des Landes einsetzen, wenn sie ihr Leben riskieren, um im Kampf gegen den sogenannten Islamischen Staat zu helfen, dann brauchen sie klare Verhältnisse. Dann dürfen sie nicht zum Spielball Ankaras werden. Deshalb sagte ich: nicht erpressen lassen - raus aus der Türkei.

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