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Hohe Gebäude, enge Bebauung, wenig Grün: Frankfurt wird immer heißer. Die Stadt will deshalb den Klimaschutz nicht nur bei Neubauprojekten berücksichtigen, sondern fördert auch die Begrünung bestehender Gebäude.

Im Nordosten der Stadt Frankfurt soll gebaut werden. Insgesamt 1200 Wohnungen sind in der Nähe des Güntherburgparks geplant. Doch dort gibt es viele Bäume, Kleingärten und es weht der Wetterauwind, der die Frankfurter Innenstadt mit Frischluft versorgt. Genau darin sieht Hans-Jörg Brecht von der Bürgerinitiative Grüne Lunge am Günthersburgpark ein Problem: "Die Stadt Frankfurt ist schlecht belüftet. Von daher muss sie, die ja durch die Hochhäuser auch ein richtiger Hotspot ist, die Innenstadt ordentlich zu belüften."

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Tatsächlich wird es in Frankfurt immer heißer. Der Deutsche Wetterdienst geht davon aus, dass es Mitte des Jahrhunderts rund 75 Tage geben wird, die wärmer als 25 Grad sein werden. Derzeit sind es etwa 50. Eine extreme Belastung für Mensch, Natur und Tiere, wie bereits jetzt am Zustand der Bäume im Frankfurter Stadtwald deutlich wird.

Die Stadt Frankfurt steht gleichzeitig vor dem Problem, dass neuer und bezahlbarer Wohnraum dringend benötigt wird. Die Frankfurter Umweltdezernentin Rosemarie Heilig (Grüne) fordert: "Wir müssen erreichen, dass die Architekten und Planer mit uns gemeinsam dieses Thema angehen und sich überlegen, wie die Gebäude geplant und begrünt werden." Wie das aussehen kann und welche Luftschneisen es in Frankfurt zu schonen gilt, zeigt der Klimaplanatlas der Stadt Frankfurt auf. Laut Heilig sollten neue Bauprojekte daraufhin untersucht werden, wie sie sich auf das Klima auswirken. Dies gelte auch für den geplanten Stadtteil im Frankfurter Nordwesten an der A5, in dem rund 30.000 Menschen leben sollen. Dagegen gibt es Widerstand. Der Planungsdezernent Mike Josef (SPD) lässt sich dadurch nicht beirren: "Ich diskutiere über das Wie, ich diskutiere aber nicht, ob wir es machen."

Herausforderungen sind aber nicht nur Neubauprojekte, sondern bereits jetzt überhitzen viele Plätze im Sommer. Um das zu verhindern, hat die Stadt einen sogenannten Klimafonds eingerichtet. Mit rund zehn Millionen Euro in den nächsten fünf Jahren unterstützt sie die Bürger, die ihre Fassade, den Hinterhof oder das Dach begrünen wollen.

Auch über die Stadtgrenzen hinaus werden Ziele gesteckt. Der Masterplan Rhein-Main Gebiet strebt bis 2050 eine Energieversorgung an, die unabhängig von Gas und Kohle ist. Dann sollen erneuerbare Energieträger wie Sonne, Wind und Wasser die Region versorgen.

Sendung: hr-iNFO, 07.11.2017, 08.09 Uhr

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