Koreakonflikt
Südkoreaner schauen Nachrichten über den nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un. Bild © picture-alliance/dpa

Nordkorea provoziert mit seinem Kernwaffenprogramm weiter die internationale Staatengemeinschaft. Die Spaltung der koreanischen Halbinsel und die Feindschaft zwischen Nord und Süd halten an. Die Geschichte des Konflikts reicht bis in den Kalten Krieg zurück.

Die Grenze zwischen Nord- und Südkorea scheint sowohl geografisch als auch ideologisch kaum überwindbar. Die zwei Länder sind durch eine vier Kilometer breite Pufferzone voneinander getrennt. Auf beiden Seiten sind große Lautsprecher aufgebaut, über die Propaganda verbreitet wird. Und auch das nordkoreanische Staatsfernsehen trägt einen Teil zu dieser Teilung bei: Jeder Raketenabschuss oder Atomtest wird dort als Erfolg verkündet.

Für Südkorea und die internationale Staatengemeinschaft sind diese Meldungen aus Nordkorea jedes Mal erneut eine Provokation.  Auch wenn es über die Jahre immer wieder zu Gesprächen und Annäherungsversuchen kam, hält der nordkoreanische Machthaber Kim Jong-un an seinem Ziel fest, sich als Atommacht zu etablieren. 2006 testete er erstmals eine Atombombe, viele weitere Raketenübungen folgten. Damit verstößt die Führung in Pjöngjang gegen die Auflagen der Vereinten Nationen, was zu erheblichen Spannungen mit Südkorea und seinen Verbündeten führt, allen voran den USA. So überzogen sich die USA und Nordkorea einander im vergangenen Jahr mit Drohungen und Kriegsrhetorik. US-Präsident Donald Trump sprach von der "Vernichtung Nordkoreas".

Ein Produkt des Kalten Kriegs

Der Konflikt auf der koreanischen Halbinsel hat eine lange Geschichte. Angefangen hat die Spaltung des Landes nach dem Zweiten Weltkrieg mit der Aufteilung Koreas in eine US-amerikanische und eine sowjetische Besatzungszone. Daraus gingen 1948 zwei unabhängige Staaten hervor: die Demokratische Volksrepublik Korea im Norden und die Republik Korea im Süden.

1950 griffen nordkoreanische Truppen den südlichen Nachbarn an, um die Halbinsel in einem sozialistischen Staat zu vereinigen. Damit begann ein dreijähriger Krieg, in dem rund vier Millionen Menschen starben. Südkorea wurde dabei von einigen westlichen Staaten wie den USA militärisch unterstützt, Nordkorea von der Volksrepublik China und der Sowjetunion.

Jeden Monat Notfallübungen

Der Krieg besiegelte die Spaltung des Landes in den kommunistischen Norden und den prowestlichen Süden. Der Konflikt ist bis zum heutigen Tage offiziell nicht beendet, ein Friedensvertrag wurde nie geschlossen. Als Erbe des Krieges haben die USA in Südkorea knapp 30.000 Soldaten stationiert und halten immer wieder Manöver mit südkoreanischen Truppen ab. Für die Bevölkerung bedeutet dies:  Jeden Monat werden in Südkorea Notfallübungen durchgeführt. Wenn die Sirenen heulen, sind die Bürger verpflichtet, anzuhalten und auf Anweisungen zu warten.

Die Nordkoreaner sehen Südkorea als Stützpunkt der USA, gegen den sie sich auf jeden Fall zur Wehr setzen müssen. Und dennoch: Zum ersten Mal in zwei Jahren haben beide Nachbarstaaten nun beschlossen, offiziell in einen neuen Dialog zu treten. Im Mittelpunkt der Gespräche soll vor allem die Teilnahme Nordkoreas an den Olympischen Winterspielen in einem Monat stehen.

Sendung: hr-iNFO, 9.1.18, 6:20 Uhr

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