Bio-Supermarkt
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Bio boomt. In den Fußgängerzonen sprießen immer mehr große Bio-Supermärkte aus dem Boden und auch die herkömmlichen Discounter sind schon längst auf den Trend aufgesprungen. Doch der Boom hat auch Verlierer: Ausgerechnet die Bio-Pioniere - also kleine, inhabergeführte Läden - sterben aus. Ein Überblick über den Bio-Markt.

Hell und geräumig, Käsetheke und Weinregal gut sortiert, mit freundlichem Bistro, in dem täglich frisch gekocht wird, dazu beste Innenstadtlage in Wiesbaden: Der Bioladen, vor 25 Jahren von zwei Pionieren der Branche aufgebaut, zeigt sich ganz auf der Höhe der Zeit. Doch seit einem halben Jahr prangt das Logo von Denn's am Schaufenster.

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Statt gegen den Marktführer anzukämpfen, haben die Inhaber verkauft. Für die Kunden ändert das nicht viel: "Eigentlich tut es einem leid, aber wenn ich jetzt hier was einkaufe, ist es mir auch egal. Da kauf ich es halt auch hier ein", sagt eine Dame.

Zehn Milliarden für Bio-Produkte

Ein Beispiel von vielen für den Strukturwandel in der Biobranche. Ketten wie  Alnatura oder Denn's führen einen harten Verdrängungswettbewerb, der Trend geht zur Großfläche. Knapp 10 Milliarden Euro haben die Deutschen 2016 für Bio-Lebensmittel und –Getränke ausgegeben, mehr als die Hälfte davon bei Rewe oder Edeka, im konventionellen Supermarkt also.

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Die großen Supermarktketten seien "meistens näher, das ist meistens praktischer", sagt ein Kunde, der gerne Bio-Produkte kauft. "Ich kaufe hauptsächlich bei Rewe, weil das der Supermarkt ist, wo wir immer hingehen", erzählt ein anderer. "Man kriegt eigentlich alles, von Zitrone bis Avocado und Tomate - alles, was man so braucht an Bio-Sachen."

Zu wenige Bio-Bauern

Der Bio-Markt wächst stetig, jedes Jahr um knapp zehn Prozent. Speiseöle sind gerade besonders gefragt. Auch Discounter wie Aldi oder Lidl machen im Nebengeschäft auf Bio. In den Bioladen gehen viele Kunden hingegen nur gezielt. "Wenn ich was bestimmtes suche, was es in normalen Supermärkten nicht gibt", erzählt eine junge Frau. Bio-Kartoffeln und Möhren, besonders gefragt aus deutschem Anbau, gehen dagegen zu 70 Prozent im konventionellen Einzelhandel über die Theke. Weiteres Wachstum wird nur dadurch gebremst, dass es zu wenig Bio-Bauern gibt.

Sendung: hr-iNFO, 14.2.18, 7:15 Uhr

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