Rohingya-Camp in Bangladesch
Rohingya-Flüchtlingscamp "Cox's Bazar" in Bangladesch Bild © Save the Children

Der UN-Sicherheitsrat hat die Regierung von Myanmar dazu aufgefordert, die brutale Verfolgung der Rohingya zu beenden. Nach der Eskalation der Lage im August haben sich 600.000 Menschen auf den Weg nach Bangladesch gemacht - etwa 60 Prozent davon Kinder. Die Zustände im Camp seien katastrophal, sagt "Save the Children"-Geschäftsführerin Susanne Krüger - und drohen, noch schlimmer zu werden.

In dem riesigen Camp, in dem mittlerweile eine Million Menschen untergebracht sind, fehle es an allem, so Krüger: sauberes Trinkwasser, Nahrung, sichere Unterkünften. Die Menschen hausen unter Planen, laienhaft befestigt mit Bambusstöcken - und das auf schlammigem Grund. Wasser holen sie aus den Flüssen und Sümpfen, in denen sie auch baden - laut Krüger nur eine Frage der Zeit, bis Epidemien ausbrechen.

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Besonders dramatisch sei die Lage für die Kinder - etwa 60 Prozent der Flüchtlinge. Babys würden „täglich reihenweise sterben“, ein Viertel der Kinder sei stark unterernährt. Sie hätten Vergewaltigungen erlebt, kämen aus brennenden Häusern und hätten Morde gesehen. "Was das heißt für diese Generation, kann man sich nur bedingt vorstellen, wenn man nicht mal in diese Augen geblickt hat", sagt Krüger.

Eine noch schlimmere Katastrophe droht

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Noch dazu beginnt in etwa vier bis fünf Wochen die Taifun- und Zyklon-Zeit - dann ist das Lager wohl dem Untergang geweiht. Wenn man sich das Lager anschaue, das auf Matsch und Hügeln gebaut sei, könne man sich vorstellen, „was passiert, wenn der erste Tropensturm durchfegt“, so Krüger. Wenn es nicht gelinge, „das Ganze zu stabilisieren, droht eine noch schlimmere Sache, als wir es hier im Moment sehen.“

Sendung: hr-iNFO, 8.11.2017, 6:45 Uhr

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