Selbstporträt von Peter Paul Rubens (um 1629)
Peter Paul Rubens: Selbstporträt (um 1629) Bild © gemeinfrei

Viele kennen ihn vor allem wegen seiner sinnlich-kurvenreichen Figuren: Peter Paul Rubens ist der bekannteste Maler des Barock. Doch er war viel mehr. Wir verraten, was Sie sicher noch nicht über ihn wussten.

Ein kurzer Blick auf das Selbstporträt genügt: Der Mann ist ein Hipster! Mit dem Bart könnte Rubens heute noch in Berlin beeindrucken. Und der Hut – ein Riesending, ein Hingucker! Ob er damals auch schon kurze Hosen und neongelbe Socken getragen hat, kann man nicht erkennen.

Der Influencer

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Aber sein Blick sagt: 'Leute, ich bin cool und ich weiß es! Ich habe Einfluss.' Rubens ist ein Influencer. Und das lange bevor es soziale Netzwerke gibt. Das, was er an Bildern so postet … also: veröffentlicht … beeinflusst alle seine Malerkollegen in den Niederlanden nachhaltig. Seine drei Grazien malt er mit Bäuchlein und Po, die Männer farbenfroh gewandet oder fleischig und muskulös. Mit Licht und Farbe, Sinnlichkeit und Drama setzt er Zeichen.

Der Business-Man

Dafür wird er bewundert, als Künstler und als Business-Man. Ab 1609 leitet Rubens eine Malerwerkstatt, in der mehrerer Künstler-Teams gleichzeitig arbeiten. Zusammen können sie viel mehr Kunstwerke schaffen als ein Maler alleine. Dabei liefert der Meister die Idee zum Bild und überwacht die künstlerische Gestaltung. Oft malt Rubens die Bilder mit Kreide vor und überlässt seinem Team das Ausmalen in den Farben, die er vorgegeben hat.

Der Copy & Paster

Aber nicht alles hat sich der Meister komplett alleine ausgedacht. Da ist das mit dem Copy and Paste. Rubens studiert intensiv Malerei und Skulpturen seiner Vorbilder: Er zeichnet ab, was ihm gefällt und er verwendet Details später in seinen eigenen Werken. Okay, das ist mehr als nur eine Kopie, eher ein Zitat – künstlerisch weiterentwickelt.

Der Networker

Inspiriert hat ihn vieles. Er hat ja auch viel gesehen, ist oft auf Reisen und immer auch ein Networker. Rubens trifft Könige, Fürsten und die Heerführer seiner Zeit. Gleichzeitig korrespondiert er mit Intellektuellen. Er ist Ratgeber und Unterhändler, er versucht Frieden zu stiften. Einmal gelingt es ihm, einen Friedensvertrag zwischen Spanien und England vorzubereiten. König Karl I. von England schlägt ihn deshalb zum Ritter. What a Man!

Venus Frigida, Peter Paul Rubens 1614
Peter Paul Rubens (1577-1640) zeigt auf seinem Gemälde "Venus Frigida" von 1614 eine frierende Venus mit Trauben und Getreideähren. Rubens stellt damit das Sprichwort "Ohne Ceres und Bacchus friert Venus" dar. Bild © www.lukasweb.be - Art in Flanders vzw

Sendung: hr-iNFO, 7.2., 12:50 Uhr

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