Dieselauto auf der Straße
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Die Autoindustrie steht vor einem einschneidenden Wandel: Elektromobilität, neue Verkehrskonzepte, Digitalisierung. Vor allem die deutschen Autohersteller müssen sich zudem mit der Zukunft des Diesel befassen.

Der 22. Februar ist ein wichtiger Tag in der Diskussion über den Diesel. Dann nämlich soll das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig über ein Diesel Fahrverbot in Düsseldorf entscheiden. Das Urteil gilt als richtungsweisend. Doch Jürgen Resch, Chef der Deutschen Umwelthilfe, die die Stadt ursprünglich verklagt hatte, sieht das ganze relativ entspannt.

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"Leipzig wird nicht über Dieselfahrverbote mit Ja oder Nein entscheiden, es ist jetzt schon klar, dass sie kommen werden. Es geht nur darum, über welchen Weg die Verbote ausgesprochen werden müssen." Es gehe vielmehr darum, ob die Straßenverkehrsordnung schon jetzt dazu geeignet sei, solche Fahrverbote auszusprechen sagt Resch.

Weniger Diesel bei Neuzulassungen

Doch egal, ob, wie und wann Fahrverbote kommen. Die Diskussion hat schon jetzt Auswirkungen. Der Dieselanteil an den Neuzulassungen ist im vergangen Jahr zurückgegangen von rund 46 auf unter 39 Prozent. Und diese Entwicklung dürfte sich in diesem Jahr fortsetzen, sagt Christoph Stürmer. Leitender Autoanalyst bei der Wirtschaftberatung PWC.

"Ich glaube, dass der Rückgang des Dieselanteils in den privaten Flotten sich weiter fortsetzen wird. Bei den Privatkäufern haben wir ja schon einen erheblichen Rückgang sehen können. Bei den gewerblichen Flotten wird es in dem Moment sehr sehr stark umschlagen, indem die Restwert-Prognosen der Dienstwagen der Dieselfahrzeuge geändert werden. Dann wird kein Fuhrparkmanager mehr nur aus Liebhaberei ein Dieselfahrzeug in den Bestand nehmen," sagt Stürmer.   

Hessischer KFZ-Handel zuversichtlich

Im hessischen KFZ Handel gibt man sich was den Wiederverkauf von Diesel Autos anbetrifft offiziell noch recht zuversichtlich. So habe etwa im November 2017 die Nachfrage nach gebrauchten Diesel sogar zugelegt. Der Präsident des Hessischen und Deutschen KFZ Gewerbes, Jürgen Karpinski ärgert sich trotzdem über die Diskussion. Er ist gegen Fahrverbote empfiehlt auch weiterhin den Kauf neuer moderner Diesel.

"Wer jetzt ein Dieselfahrzeug kauft, der braucht sich überhaupt keine Sorgen zu machen. Denn der kauft immer einen Euro 6, der überall einfahren darf. Das ist die modernste Technik und mit diesem Fahrzeug ist man überall auf dem neuesten, besten Stand der Technik mit den geringstmöglichen Abgasen."

Nachrüstung für Euro 5

Tatsächlich dürften Diesel mit der Abgasnorm Euro 6 nicht von Fahrverboten betroffen sein. Und Jürgen Karpinski fordert darüber hinaus eine von der Industrie und dem Staat geförderte Nachrüstung für ältere Euro 5 Autos, um auch diese vor Fahrverboten zu bewahren.
Eine Hardwarenachrüstung fordert auch DUH Chef Jürgen Resch. Die bisherigen Softwareupdates bezeichnet er als Mickey-Maus Lösung. Anders als der Präsident des KFZ Gewerbes, rät Resch Autofahrern aber vom Kauf auch neuer Diesel ab.

Sendung: hr-iNFO, 10.1.18, 9.20 Uhr

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