Der Schriftzug «Johann Wolfgang Goethe-Universität» ist am 14.10.2014 auf dem Campus Westend der in Frankfurt am Main (Hessen) über dem Eingang zum Hauptgebäude zu lesen.
Bild © picture-alliance/dpa

An der Goethe Uni Frankfurt kam es in den letzten Monaten zu vier sexuellen Übergriffen. Die Polizei sucht nun nach einem Tatverdächtigen. Zudem werden die Sicherheitsmaßnahmen erhöht.

Für viele Studierende stehen jetzt Klausuren an und zum Lernen gehen sie in eine der Bibliotheken auf dem Uni-Campus Westend. Doch einige von ihnen gehen früher wieder nach Hause – bevor es dunkel wird. Denn auf dem Campus und rund um das Uni-Gelände kam es zu mehreren sexuellen Übergriffen. Alle fanden nachts statt. Viele wollen deshalb nicht im Dunkeln auf dem Campus unterwegs sein.

Die Polizei geht bisher von drei sexuellen Übergriffen aus. Die Uni berichtet sogar von einem vierten Fall, der Ende Januar passiert sein soll. Das Opfer konnte zwar fliehen, so ein Uni-Sprecher. Doch die Studentin stürzte und musste daraufhin ins Krankenhaus. Die Ermittler vermuten, dass es sich um einen einzigen Täter handelt, da sich die Täterbeschreibungen bei allen Vorfällen ähneln: Ein schlanker, schwarzhaariger Mann mit orientalisch-nordafrikanischem Aussehen. Außerdem spreche er Deutsch mit Akzent. So beschreibt es die Polizei. Er soll die Studentinnen dazu aufgefordert haben, ihn mit der Hand sexuell zu befriedigen.

Birgitta Wolff, Präsidentin der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität in Frankfurt am Main
Birgitta Wolff, Präsidentin der Goethe-Universität in Frankfurt am Main Bild © picture-alliance/dpa

Als Reaktion auf die Vorfälle patrouilliert jetzt der Sicherheitsdienst nachts häufiger auf dem Campusgelände. Das schreibt Birgitta Wolff, die Uni Präsidentin in ihrer Mail, die am Freitag an alle Studierenden ging. Birgitta Wolff rät in dem Schreiben zur Vorsicht: "Um Ihre persönliche Sicherheit zu erhöhen, empfiehlt es sich, besonders in den Abend- und Nachtstunden auf dem Campusgelände die Hauptwege zu nehmen. Auch in Gruppen sind Sie vor möglichen Übergriffen geschützt. Alle Personen, die von Belästigungen oder Übergriffen betroffen sind, bitten und ermutigen wir, entsprechende Vorfälle zu melden und Unterstützung in Anspruch zu nehmen. Dies kann selbstverständlich auch anonym erfolgen."

Audiobeitrag
Podcast

Sie können das Audio zur privaten Nutzung hier herunterladen oder im Systemplayer öffnen.

Podcast

zum Artikel Sexuelle Übergriffe auf Uni-Campus in Frankfurt

Ende des Audiobeitrags

Damit es aber erst gar nicht zu Übergriffen auf dem Universitätsgelände kommt, gibt es einen Begleitservice. Das heißt: Sicherheitsmitarbeiter begleiten auf Wunsch Studierende oder Uni-Angestellte zu den Gebäuden oder Ausgängen auf dem Campusgelände. Der Sicherheitsdienst sei auch rund um die Uhr per Telefon erreichbar. Doch durch diese Maßnahme fühlen sich nicht alle automatisch sicherer. Die Soziologiestundentin Amina Ljajic wünscht sich zum Beispiel, dass nachts der Campus besser ausgeleuchtet wird. Ob nun bessere Beleuchtung oder verstärkte Sicherheitsmaßnahmen – wirklich sicherer fühlen werden sich viele Studierenden wohl erst dann, wenn der mutmaßliche Täter gefasst ist.

Weitere Informationen

Begleitservice

Aus der Info-Mail an die Studierenden: "Sie können innerhalb des Campusgeländes unseren Begleitservice anfordern, um sich sicher zu Gebäuden, Fahrzeugen oder einem der Ausgänge begleiten zu lassen. Dieser Service ist 24-Std./7 Tage die Woche an der Pforte des IG-Farben-Gebäudes unter der Nummer 069/798-32250 zu erreichen. (Bitte mindestens eine Stunde vorab anmelden). Sollten Sie regelmäßig abends Wege auf dem Campus nutzen, empfiehlt es sich generell, diese Nummer im Handy zu speichern."

Ende der weiteren Informationen

Sendung: hr-iNFO, 05.02.2018, 12:20 Uhr

Jetzt im Programm