Streaming-Dienste
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Im Urlaub Netflix und Sky Go streamen? Das Europaparlament hat nun einer Gesetzesänderung zugestimmt und das sogenannte Geoblocking für bezahlte Onlinedienste abgeschafft. Die Mitgliedstaaten müssen noch offiziell zustimmen, das ist aber reine Formsache.

Filme, Fernsehen oder Serien: Der Versuch, ein Bezahl-Abo online im Ausland zu nutzen, endet oft frustrierend. Denn meist erscheint auf Bildschirm die Fehlermeldung: Dieser Inhalt ist in Ihrem Land nicht verfügbar. Das wird sich bald ändern, sagt Jan Philipp Albrecht, Europaabgeordneter der Grünen: "Wir bringen eine Regelung auf den Weg, mit der wir in Zukunft unsere Streamingdienste, die wir zuhause benutzen, wo wir einen Vertrag zum Beispiel in Deutschland haben, dass wir die eben auch in anderen Staaten der Europäischen Union weiter nutzen dürfen."

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„Wir bringen eine Regelung auf den Weg, mit der wir in Zukunft unsere Streamingdienste, die wir zuhause benutzen, wo wir einen Vertrag zum Beispiel in Deutschland haben, dass wir die eben auch in anderen Staaten der Europäischen Union weiter nutzen dürfen.“ Zitat von Jan Philipp Albrecht, Europaabgeordneter der Grünen
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Wer ein Bezahl-Abo zum Beispiel für Netflix, Spotify, Amazon Prime Video, Maxdome oder das Sportangebot von Sky Go in Deutschland hat, soll künftig im Urlaub, auf Reisen oder beim Studieren die gleiche Auswahl an Filmen, Serien oder Musik haben wie zuhause. Eine Art „Abo to go“, meint Albrecht: "Das ist genau die Idee. Ich kann also dann das Abo, mit dem ich Fußball gucke in Deutschland, auch anderswo schauen."

"Abo to go"

Bislang dürfen Anbieter ihre Inhalte nicht im europäischen Ausland zeigen, wenn sie dafür keine Rechte haben, erklärt Tiemo Wölken von der SPD: "Wenn ein Streaming-Anbieter eine Lizenz für eine Serie einkauft, dann bekommt er diese Lizenz in der Regel für ein Land."  

Geoblocking sorgt dafür, dass Filme und Serien nur in den entsprechenden Ländern online geschaut werden können. Mit der neuen Verordnung wird eine Art Umleitung gebaut: Wenn jemand im europäischen Ausland guckt, wird so getan, als ob der Zugriff im Heimatland passiert. Zusatzgebühren für den Abruf im Ausland darf es nicht geben. Unternehmen wie Sky und Amazon Video sind für das „mobile Abo“, weil ihre Kunden künftig die bezahlten Produkte mitnehmen können. Auch der Europäische Verbraucherverband findet es gut, dass künstliche Barrieren abgebaut werden, alles andere entsprechende nicht dem europäischen Binnenmarkt.

Mit der neuen EU-Verordnung wird eine Umleitung gebaut

Damit das Ganze funktioniert, und Missbrauch verhindert wird, müssen Anbieter prüfen, in welchem Land ihre Kunden ihren Wohnsitz haben. Das könne sie auf verschiedene Weise tun, sagt Tiemo Wölken: "Zum Beispiel anhand der Rechnungsdokumente, anhand der Kontoverbindungen, anhand eines Personalausweises."

Wichtig ist: Die neuen Regeln gelten nur für vorübergehende Auslandsaufenthalte. Wie lange das ist, hat der Gesetzgeber aber offen gelassen. Ein Vorteil für Verbraucher.

Nur für vorübergehende Auslandsaufenthalte

"Anders ist es für solche Fälle, wo ich Ausland dauerhaft bin, " sagt der Datenschutzexperte Albrecht. Wer seinen Wohnsitz komplett nach Spanien verlegt, wird die Bundesliga zum Beispiel nicht über ein deutsches Sky-Abo schauen können. Ab Anfang nächsten Jahres werden die neuen Regelungen gelten. Mit einem deutschen Pay-TV-Abo kann man dann europaweit Filme und Serien schauen – egal ob auf der Couch in Köln oder im Liegestuhl auf Lanzarote.








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