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Wo liegt der Unterschied zwischen den einzelnen Parteiprogrammen und welches kommt meiner Meinung am nächsten? Wir versuchen, etwas Licht ins Wirrwarr zu bringen.

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Positionen von CDU/CSU

"Für ein Deutschland, in dem wir gut und gerne Leben."

Die Union widmet sich in erster Linie den Themen Familie und Arbeit. Sie will bis 2025 Vollbeschäftigung in Deutschland erreichen und die Zahl der Arbeitslosen noch einmal halbieren. Außerdem setzt die Union sehr stark auf das Thema Sicherheit.

Familie

- Rechtsanspruch auch auf die Betreuung von Grundschul-Kindern

- Kindergeld (+ 300 Euro pro Jahr) und Kinderfreibetrag erhöhen

- "Baukindergeld" - soll Familien schneller ins Eigenheim bringen
(1200 Euro pro Kind und Jahr, insgesamt zehn Jahre lang)

Arbeit

- Vollbeschäftigung bis 2025

- Anspruch auf befristete Teilzeitarbeit soll Arbeit und Familie in Balance bringen

- Mehr Lohngerechtigkeit zwischen Frauen und Männern (Entgelttransparenz-Gesetz soll geprüft und ggf. verbessert werden)

Steuern

- Spitzensteuersatz erst ab 60.000 Euro (bisher 54.000 Euro)

- Solidaritätsbeitrag soll ab 2020 schrittweise abschaffen

- Keine neuen Schulden, dazu die alten Schulden abbauen

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Parteiprogramm der CDU

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Positionen der SPD

"Zeit für mehr Gerechtigkeit."

Die SPD sieht in der Gerechtigkeit "die zentrale Voraussetzung für Zusammenhalt und Wohlstand" und will Einkommen und Chancen gerechter gestalten. Weiteres großes Thema für die SPD: verstärkte Investitionen in die Infrastruktur.

Familie

- Familienarbeitszeit und Familiengeld sollen Vereinbarkeit von Familie, Beruf und Pflege erleichtern

- Kita-Gebühren schrittweise abschaffen

- Familientarif mit 150 Euro Kinderbonus soll schrittweise Ehegattensplitting ablösen (davon sollen auch Unverheiratete und Alleinerziehende profitieren)

Arbeit

- Sichere Arbeit mit dem Ziel Vollbeschäftigung

- Rechtliche Absicherung: Nach Teilzeit wieder in Vollzeitbeschäftigung

- Gleicher Lohn und gleiche Arbeitsbedingungen für Männer und Frauen

Steuern

- Solidaritätszuschlag für Einkommen unter 52.000 Euro abschaffen

- Spitzensteuersatz 42% erst ab 60.000 Euro, dafür 45% ab 76.200 Euro; ab 250.000 Euro dazu 3% Reichensteuer

- Höhere Erbschaftssteuer für sehr große Erbschaften und Finanztransaktionssteuer

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Parteiprogramm der SPD

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Positionen von Die Linke

"Sozial. Gerecht. Frieden. Für alle."

Die Linke will "den Sozialstaat stärken, das Klima retten", gleichzeitig mehr Jobs schaffen und die auch gerechter verteilen.  Sie will, dass "alle Menschen frei von Armut sind und keine Angst vor sozialem Absturz haben." Außerdem sollen Aufrüstung und Waffenexporte gestoppt werden.

Familie

- 328 Euro Kindergeld + zusätzliche Kindergrundsicherung von 573 Euro

- Bessere Vereinbarkeit von Arbeit und Familie und neue Arbeitszeitmodelle

- Kostenloses Ganztags-Betreuungsangebot für Kinder inkl. warmer Mahlzeit

Arbeit

- Ein Mindestlohn von 12 Euro pro Stunde ohne Ausnahme, dazu eine Mindestsicherung von 1.050 Euro im Monat statt Hartz IV

- Verbindliches Entgeltgleichheitsgesetz – Gleicher Lohn für Männer und Frauen

- Gute und sichere Arbeitsverhältnisse statt Befristungen, Minijobs und Leiharbeit

Steuern

- Steuerentlastung für Einkommen unter 7100 Euro im Monat

- Reichensteuer von 60% auf Einkommen über 260.000 Euro (bei über 1 Million Euro dann 75%)

- Vermögensteuer von 5 % ab 1 Million Euro Vermögen

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Parteiprogramm der Linken

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Positionen der Bündnis 90/Die Grünen

"Zukunft wird aus Mut gemacht."

Bündnis 90/ Die Grünen wollen "die Grundlage unseres Lebens auch für die kommenden Generationen erhalten" und fordern unter anderem die sofortige Abschaltung der 20 "schmutzigsten" Kohlekraftwerke und die Förderung der Elektromobilität. Außerdem setzen sie sich für eine offene und freie Gesellschaft ein "in der alle Menschen am Wohlstand beteiligt sind."

Familie

- "Familien-Budget": Damit werden Kinderfreibetrag, Kindergeld, Kinderzuschlag und Kinderregelsatz zusammengeführt

- Anspruch auf einen Kita-Ganztagesplatz für Kinder von 0-6

- "Pakt für das Zusammenleben" soll als neue Rechtsform die Ehe ergänzen

Arbeit

- "Flexible Vollzeit": Arbeitszeit soll damit um zehn Stunden pro Woche reduziert und wieder erhöht werden können

- Gleiche Bezahlung von Männern und Frauen

- 50% -Frauenquote für Führungsgremien der börsennotierten deutschen Unternehmen

Steuern

- kleine und mittlere Einkommen entlasten, dafür den Spitzensteuersatz ab 100.000 Euro erhöhen

- "Ergiebige und umsetzbare" Vermögenssteuer für "Superreiche"

- Familienförderung statt Ehegattensplitting

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Parteiprogramm der Grünen

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Positionen der FDP

"Schauen wir nicht länger zu."

Die FDP setzt sich ein für "Bildung, Vorankommen durch eigene Leistung" und die Balance zwischen Bürger und Staat: "Selbstbestimmt in allen Lebenslagen, Freiheit und Menschenrechte weltweit." Außerdem sieht sie die Chancen für Deutschland in der Digitalisierung.

Familie

- "Kindergeld 2.0" – alle sozialen Leistungen für Kinder zusammengefasst

- Rechtsform neben der Ehe – gleiche Rechte, gleiche Pflichten für alle Paare

- "Wechselmodell" als Regelfall für die Kinderbetreuung nach der Scheidung, notfalls durch Entscheidung des Familiengerichts

Arbeit

- Zeitarbeit für einen flexiblen Arbeitsmarkt

- Maximalarbeitszeit auf 48 Stunden pro Woche anheben

- Minijob-Grenze auf 530 Euro erhöhen

Steuern

- Solidaritätszuschlag bis Ende 2019 abschaffen

- Steuern und Sozialabgaben sollen zusammen nicht 50% des Bruttoeinkommens überschreiten

- Keine Vermögensteuer und keine Verschärfung der Erbschaftssteuer

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Positionen der AfD

"Programm für Deutschland."

Die AfD will "Deutschland reformieren und an die Prinzipien und Wurzeln anknüpfen, die zu seinem Jahrzentelangen sozialen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Erfolg geführt haben." Außerdem will sie die Grenzen kontrollieren und Asylsuchende ohne Flüchtlingsstatus ausweisen und Volksabstimmungen nach Schweizer Vorbild.

Familie

- Vorrangiges Ziel ist "nationale Bevölkerungspolitik"

- Gegen Abtreibung, stattdessen sollen Adoptionen gefördert werden

- Ehe und "traditionelle Familien" mit Kindern bewahren und stärken, Schuldprinzip bei Scheidung

Arbeit

- Arbeitslosengeld I soll an vorangegangene Arbeitsdauer gekoppelt werden

- Für Mindestlohn

- Gesetzliche Obergrenze von 15 Prozent Leih- und Werksvertragsarbeitern in Unternehmen

Steuern

- Die Mehrwertsteuer soll um 7% gesenkt werden

- Familiensplitting soll Ehegattensplitting ergänzen

- Abschaffung der Erbschaftssteuer

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Der Wahl-O-Mat

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Interview-Reihe: Hessische Spitzenpolitiker zur Bundestagswahl

In "Das Interview" haben wir in dieser Woche von Montag bis Samstag um 19:35 Uhr hessische Spitzenpolitikerinnen und -politiker zu Gast.

Montag: Nicola Beer, FDP
Dienstag: Volker Bouffier, CDU
Mittwoch: Thorsten Schäfer-Gümbel, SPD
Donnerstag: Janine Wissler, Linke
Freitag: Tarek Al-Wazir, Grüne
Samstag: Mariana Harder, AfD

Die Interviews können Sie im Anschluss hier als Podcast nachhören.

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Sendung: hr-iNFO am 31.8.2017 um 19:10 Uhr

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