Eine Reinigungskraft von einem Online-Reinigungsdienst putzt in einer Wohnung ein Fenster
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Mit gutem Gewissen die Wohnung reinigen lassen? Eine zuverlässige, legale Putzkraft zu beschäftigen, ist gar nicht so einfach. Wir erklären, wie man sie trotzdem findet.

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zum Artikel Wie die Putzhilfe legal wird

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Schwarzarbeit ist weit verbreitet: In Deutschland sind nur etwa 20 Prozent der rund 600.000 Putzhilfen beim Finanzamt gemeldet. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) aus dem Jahr 2016. Wie aber ist es möglich, eine legale Putzhilfe zu finden? Wir beantworten dazu die drei wichtigsten Fragen.

Warum ist es so schwierig, eine Putzkraft zu finden, die sich regulär beschäftigen lassen will?

Die Motive für beide Seiten sind klar: Viele wollen von ihrem Gehalt nicht auch noch Sozialabgaben zahlen. Eine einfache Möglichkeit ist die Anmeldung als Minijob. Diese ist möglich, sofern die Putzhilfe nicht mehr als 450 Euro im Monat bei allen Arbeitgebern zusammen verdient. In diesem Fall muss die Putzhilfe – sofern sie nicht rentenversichert ist -  gar keine Sozialabgaben abführen. Der Arbeitgeber zahlt einen pauschalen Steuersatz von knapp 15 Prozent.

Welche Vorteile hat die Anmeldung als Minijob?

Der Arbeitgeber muss zunächst 15 Prozent Steuern zahlen. Es gibt für ihn allerdings die Möglichkeit, bei der Steuererklärung bis zu 20 Prozent der Kosten wieder zurück zu holen – das sind maximal 510 Euro im Jahr. Es ist dabei sogar möglich, dass der Arbeitgeber dann mehr Geld zurückbekommt, als er gezahlt hat. Doch nicht nur für ihn ist das attraktiv. Die Putzkraft zahlt keinen Cent und ist sogar unfall- und krankenversichert. Es lohnt sich auf jeden Fall, wenn man eine Putzfrau hat, mal nachzufragen, ob sie sich nicht anmelden lassen will. Zudem findet man auf Seite der Minijobzentrale eine Liste mit Putzkräften in der Nähe.

Wie kann man eine Putzkraft finden?

Seit einigen Jahren gibt es spezielle Internetportale, über die angemeldete Putzhilfen vermittelt werden. Die Kosten für die Putzhilfe liegen je nach Portal bei etwa 13 bis 20 Euro pro Stunde. Allerdings sind diese Portale bislang nur in den großen Städten tätig. In vielen kleinen Städten gibt es kleine, lokale Reinigungsunternehmen, die ihre Putzhilfen regulär anstellen. Bei denen ist es auch möglich, dass sie immer dieselbe Person zum Putzen schicken. Entsprechende  Agenturen lassen sich am besten über die Gelben Seiten finden. Der Nachteil ist, dass die lokalen Agenturen oft teurer sind als eine Vermittlung übers Internet. Arbeitgeber müssen hier mit Stundenlöhnen von 20 Euro oder mehr rechnen.

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Sendung: hr-iNFO, 08.11.2017, 09.46 Uhr

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