Afghanistan nicht sicher dpa
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Ist Afghanistan ein sicheres Herkunftsland? Die Bundesregierung sagt ja. Reinhard Erös, Arzt und Gründer der Kinderhilfe Afghanistan, zeichnet ein differenzierteres Bild.

Im Oktober vor einem Jahr hat die Bundesregierung ein Rückführungsabkommen mit Afghanistan geschlossen und hält nach wie vor daran fest, dass das Land sicher sei. Der ehemalige Bundeswehr-Arzt, Reinhard Erös, leistet seit Jahren humanitäre Hilfe in Afghanistan und stimmt dieser Ansicht zumindest in Teilen zu. "Es ist immer schwierig zu sagen, ist es sicher oder ist es unsicher. Aber wenn 8.000 junge Männer freiwillig nach Afghanistan zurückkehren, dann scheint das Land zumindest nicht so gefährlich zu sein, dass man da nicht zurückkehren kann", sagt Erös im Gespräch mit hr-iNFO.

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Es gebe allerdings auch Personen, für die sei das Land eben nicht sicher. "Wenn man dort etwa eng mit der amerikanischen Armee zusammengearbeitet hat im Kampf gegen die Taliban, dann hat man dort ein Problem", so Erös. Er plädiere deshalb dafür, jeden Einzelfall genau zu prüfen.

"Eins sollte man nicht machen: Wenn ein Afghane sich hervorragend integriert hat, einen Beruf gelernt hat, solche Leute Hauruck nach Afghanistan zu schicken, das ist schlicht dumm. Das ist politisch dumm und das ist auch menschlich nicht nachvollziehbar", sagt der Entwicklungshelfer.

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