Seit mehr als zehn Jahren gilt Inklusion als Menschenrecht mit verbindlichen Regeln in Deutschland. Gefordert wird die volle und gleichberechtigte Teilhabe behinderter Menschen in allen Lebensbereichen. Doch bei der Umsetzung sieht es in der Gesellschaft düster aus. Woran liegt das? Ist es eine Frage der Haltung oder der Strukturen. Beides, sagen Expert*innen und kritisieren, dass es immer einen Anlass braucht, um über das Thema Behinderung zu sprechen? Und so ist auch der Weltdownsyndrom-Tag für uns der Grund über die unterschiedlichen Leben behinderter Menschen zu sprechen. An dem wir in Frage stellen wollen, was an vermeintlichem Wissen über Behinderung kursiert. Behindert. Ein Wort und menschliches Merkmal, das vielen als Makel gilt, über den sich schwer reden lässt. Was ist der so genannte Ableismus, der die Diskriminierung von behinderten Menschen beschreibt? Welche Rolle spielt bei all dem die Vergangenheit, der geplante Mord an kranken und behinderten Menschen im Zweiten Weltkrieg? Es gibt einiges nachzuholen, was das Aufarbeiten angeht. Und inzwischen hat sich eine weitere, jüngere Generation behindertenrechtsbewegter Menschen aufgemacht genau das zu tun. Sie fordern eine neue Norm, weil Inklusion uns alle betrifft. Wir sprechen mit Luisa Wöllisch, Schauspielerin mit Down-Syndrom, Raul Krauthausen, Teilhabe-Aktivist und Gründer von Sozialhelden, Tina Sander, Gründungsmitglied von mittendrin e.V., Luisa L’Audace, Autorin und Inklusionsaktivistin und Andreas Hechler, Urenkel eines Opfers der systematischen Morde an Menschen mit Behinderung.

Autor: hr-iNFO

Quelle: © Hessischer Rundfunk

Bild © picture alliance/dpa | Mohssen Assanimoghaddam