Kita-Kinder haben sich für einen Aufenthalt im Freien angezogen. Man sieht nur ihre Füße.

Der Alltag in der Coronakrise ist ein anderer. Viele arbeiten im Home Office. Doch Kinder von Eltern in systemrelevanten Berufen brauchen weiterhin Betreuung. Die Erzieherin Nadira Bobaric kümmert sich um solche Kinder in einer Frankfurter Kita.

Laut und wuselig ist es normalerweise im Kinderzentrum Schwalbacher Straße. Über 60 Kinder verbringen hier den Tag. Jetzt sind es fünf Kinder und drei Betreuer. Eine davon ist Nadira Bobaric. Es ist eine ruhige Zeit für sie. Und auch die Kinder verhalten sich anders. "Wir mussten erstmal motivieren. Die vermissen auch die anderen Kindern. Das ist ungewohnt", sagt Bobaric.

Aber für die Wenigen, die da sind, macht das kleine Betreuerteam nicht viel anders als sonst. Es gibt keine besonderen Schutzmassnahmen. Und Nähe ist auch erlaubt. Auf den Schoß dürften die Kinder, denn sie sollen so viel Alltag wie möglich bekommen, erklärt die Betreuerin. Natürlich gebe es Hygieneregeln. Aber die seien normal und diese Normalität wolle man den Kindern vermitteln.

Froh, dass sie arbeiten kann

Die Essenslieferungen sind momentan abbestellt. Und so gibt es heute selbsgemachte Pizza. Und bevor die Kinder alle nochmal raus dürfen, wird Teig gerollt, mit Tomatensosse gekleckert und Käse genascht. Es sind besonderen Tage in der Kita im Frankfurter Stadtteil Gallus.

Die Aufsicht draußen ist ein leichter Job an diesem Tag – zwei Kinder rutschen. Drei Kinder sitzen auf einer großen Korbschaukel. Die Kinderbetreuerin Nadira Bobaric hat Zeit zum Anschubsen und zum Reden. "Ich habe mir den Job ausgesucht. Natürlich mache ich mir Gedanken. Aber als Nachtteil sehe ich das nicht. Ich bin froh, dass ich arbeiten kann", sagt sie.

Eltern ohne systemrelevante Berufe

Dass sie einen Job macht, der im Moment besonders gebraucht wird, ist der Kinderbetreuerin klar. Natürlich wäre sie froh, wenn Sie etwas mehr Geld verdienen könnte.

Und gleichzeitig macht sie sich auch Gedanken um die vielen Eltern, deren Kinder gerade nicht in die Kita kommen können, weil sie keinen sogenannten systemrelevanten Beruf nachgehen und vielleicht gerade deshalb in wirtschaftliche Schwierigkeiten kommen.

Ein paar Minuten später ist die selbstgebaute Pizza fertig. Vorher werden aber noch die Hände gewaschen. Dann muss nur noch die Pizza dem richtigen Kind zugeordnet werden und dann – reinbeißen.

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Sendung: hr-iNFO, Aktualität, 3.4.2020, 6-9 Uhr

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