Camping

Auch Schweden trifft die zweite Corona-Welle heftig. Gegen den drohenden Corona-Koller haben die Bürger jedoch ihre ganz eigene Art gefunden, mit der Situation umzugehen.

Die Schweden lassen es zum Fest ordentlich scheppern. Årets Julklapp - also das "Weihnachtsgeschenk des Jahres" - besteht aus neun Teilen: leichtes Blech, kleiner Tank, Brenner, Gestell, Töpfe. Bauanleitungen wie diese gibt‘s zu Hause im Internet, aber gedacht ist Stormköket natürlich für die Natur. Da, wo sich Schweden traditionell schon sehr wohl fühlen und seit Corona noch viel mehr. Emma Hernell ist stellvertretende Geschäftsführerin von "HUI". Immer im November stellt das Forschungsinstitut des schwedischen Handels das "Weihnachtsgeschenk des Jahres" vor und immer hat das mit Zeitgeist zu tun. 2019 war es Mobilådan, die Handybox fürs Haus als stille Aufforderung, Smartphones auch mal wegzulegen. Da war die Welt noch halbwegs in Ordnung.

"Wir haben die schwierige Zeit und unser verändertes Verhalten beobachtet. Die Leute sind mehr draußen, in Parks und Grünanlagen und haben den Urlaub zu Hause in Schweden verbracht. Unsere Bergregionen waren völlig ausgebucht und der Campingkocher steht als Symbol für diesen Trend", sagt Hernell. Mehr Natur gleich weniger Viren – das ist die Formel. Hemester statt Semester das entsprechende Wortspiel: Hem für zu Hause, Semester für Urlaub. Dazu braucht es ordentlich Schuhe, wetterfeste Klamotten und eben den klappernden Kocher. Der für kleines Geld, ab umgerechnet 30 Euro, gegen Coronakoller  hilft.

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„Das sagt ja etwas aus über uns Schweden, dass wir uns in schweren Zeiten in die Natur zurückziehen.“ Zitat von Emma Hernell
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"Das sagt ja etwas aus über uns Schweden, dass wir uns in schweren Zeiten in die Natur zurückziehen. Und in Zukunft werden wir sicher an diese Zeit erinnert, wenn wir so einen Campingkocher sehen", sagt Hernell. Dann werden die Schweden stolz sein auf die kleinen Blechdinger, die sie jetzt ganz sicher in Massen kaufen, um den Winter dick eingepackt irgendwo weit draußen oder auch nur im nächsten Wäldchen mit warmen Würstchen und heißem Kaffee zu genießen, sagt HUI-Mitarbeiterin Saga Bowalius. "Dieses Jahr haben wir so Vieles nicht tun können, da wollten wir auf etwas hinweisen, das man eben doch zusammen machen kann: Abendessen in den Bergen oder Picknick im Park", sagt Bowalius.

Sendung: hr-iNFO, Aktualität, 18.11.20, 15-18 Uhr

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