OP-Masken

Ob Alltags-Maske, chirurgischer Mund-Nasen-Schutz oder FFP3: Die Maske ist fast überall obligatorisch. Aber wie wirksam sind die unterschiedlichen Modelle eigentlich? Ein Überblick.

Masken sind zurzeit vor aller Munde, denn so ein Mund-Nasen-Schutz schützt effektiv vor dem Coronavirus Sars-CoV-2. Das wird entweder durch Aerosole übertragen, also über den feinen Atemnebel, oder über Tröpfchen von Speichel und Nasensekret, unwillkürlich ausgestoßen beim Sprechen, Husten oder Niesen.

Für den Sozialmediziner und Lungenspezialisten Professor David Groneberg vom Uniklinikum Frankfurt spricht die Infektionsrate für Tröpfchen als relevantestem Ausbreitungsweg. "Und wenn ich dann Mundschutz trage, gehen die Tröpfchen da einfach nicht durch und dann infiziere ich mich nicht", so Groneberg.

Schutzpotenzial hängt vom Maskentyp ab

Oder zumindest sinkt die Wahrscheinlichkeit deutlich, denn das Schutzpotenzial hängt stark vom Maskentyp ab. Drei Maskentypen sind besonders relevant: die Community-Maske, also der Stofflappen, der chirurgische Mund-Nase-Schutz und FFP2- oder FFP3-Masken. Letztere, also FFP2 oder FFp3-Masken, "helfen auch sehr gut gegen Aerosole, während die beiden ersten Typen da nicht so gut sind", so der Experte.

Wenn man aber davon ausgehe, dass Covid-19 häufig über Tröpfcheninfektion übertragen werde und der Abstand eine wichtige Rolle spiele, dann seien "diese Community-Masken und der chirurgische Mund-Nasen-Schutz ausreichend dafür, die Tröpfchen-Infektionsrisiken zu reduzieren", so Groneberg.

Wovor soll Maske schützen?

Ein Team der US-amerikanischen Duke-University fand heraus, dass Community-Masken – also die Alltagsmasken aus Stoff – bis 90 Prozent der Tröpfchen abhalten. Chirurgische Masken bewältigen mehr als 90 Prozent und FFP2 und FFP3-Masken ohne Ventil schützen besonders gut - nicht nur andere, sondern auch den Träger selbst. Sie sind fast hundertprozentig Tröpfchen-sicher.

Die Tröpfchen bleiben im Gewebe der Masken hängen. Die Masken funktionieren also wie Luftfilter und wirken besonders gut, wenn das Gewebe, aus dem sie sind, besonders engmaschig ist. Bei der Wirksamkeit von Masken muss man sich aber immer auch fragen, wovor sie schützen sollen: "Wenn ich jetzt möchte, dass sie gegen Aerosole wirken, dann muss ich sie relativ häufig austauschen", so Groneberg. "Wenn ich aber möchte, dass die Masken gut vor den Tröpfchen wirken, da muss ich einfach darauf achten, dass die Masken nicht feucht sind. Dann kann ich sie auch eine längere Zeit nutzen", sagt Groneberg.

Gut reinigen und richtig Tragen

Zwischendurch sollte man die Masken aber auf jeden Fall gut trocknen, so der Experte - im Backofen etwa oder durch Bügeln. Und wenn es das Masken-Material erlaubt, sollte man sie auch regelmäßig in die Kochwäsche geben. Das verhindert zudem, dass sich in schmutzigen Masken andere Erreger festsetzen.

Beim Auf- und Absetzen einer neuen oder gereinigten Maske sollten die Finger sauber sein. Ist sie vorm Gesicht, muss sie gut abschließen und Mund, Nase und Wangen richtig bedecken. Das hilft vor allem auch, die Aerosole in Schach zu halten. Vor dem Mund erhöht die Maske dann zwar den Widerstand beim Atmen, das kann aber durch kräftigeres Atmen ausgeglichen werden. Wer gesund ist, kann eine Maske also unbesorgt tragen.

Sendung: hr-iNFO, Aktualität, 11.11.20, 6-9 Uhr

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