Arnd Zeigler mit einem alten Leder-Fußball
Arnd Zeigler schaut sich den Fußball genau an. Bild © Max Hartmann Photo

Seine "wunderbare Welt des Fußballs" ist eine Institution: Wenn Arnd Zeigler satirisch die Welt rund ums Runde kommentiert, lachen selbst die Sportmuffel. Ein Gespräch.

Arnd Zeigler geht entspannt in die Weltmeister-Wochen. Zum einen hat er sich vorgenommen, nur ab und zu eine "Wunderbare Welt... " zu produzieren. Zum Anderen glaubt er fest an Jogi Löws Können als Nationaltrainer.  

"Ich stelle bei mir ein Urvertrauen fest, dass er schon weiß was er tut. Ich weiß noch ganz genau: Vor vier Jahren gab es eine absurde Diskussion, dass wir maximal die drei Vorrundenspiele schaffen und danach sofort nach Hause fahren, weil Jogi Löw keinen richtigen Stürmer mitgenommen hat. Dann sind wir Weltmeister geworden und haben  7:1 gegen Brasilien gewonnen. Also ich glaube schon, dass der einfach Plan hat von dem, was er macht!"

Als wahrer Fußball-Fan hat Zeigler sein Sammel-Heft schon voll und alle Spiele der WM durchgetippt. Er kommt so zu einem Endspiel zwischen Deutschland und Frankreich. Das Spiel um Platz drei bestreiten nach Zeigler Brasilien und Spanien. Klar ist auch schon, wer bei der deutschen Mannschaft die meisten Tore schießen wird: Marco Reus.

Orientierung am Runden

Aber Zeigler gibt auch zu, dass er für die Nationalmannschaft nicht die gleiche Leidenschaft aufbringt wie für seinen Verein Werder Bremen: "Ich würde mit meinem Verein überall hinfahren, wenn er ein wichtiges Spiel hat. Nationalmannschaft gucke ich gerne und begeistere mich auch, aber Länderspielreisen mit Deutschland sind nicht so mein Thema."

Wenn es aber um Vereinsfußball geht, gibt es eigentlich nichts, was Zeigler nicht interessiert. Fußball und Musik – das sind die beiden großen Leidenschaften des 1965 in Bremen geborenen Moderators, der im Radio nicht nur die "Wunderbare Welt des Fußballs" sondern auch die "Wunderbare Welt des Pop" präsentiert. Was den Fußball angeht, lässt Zeigler sich die Bezeichnung "Nerd" gefallen. 

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"Das ist der Faktor an Fußballfans, den Nicht-Fußball-Fans oft nicht verstehen. Man orientiert sich auch sehr an Fußballereignissen! Ich weiß ganz genau was ich wann gemacht habe, wenn ich ungefähr weiß, welches Fußball-Ereignis da war. Ich kann mich geographisch in Deutschland orientieren, weil ich weiß, welche Fußballvereine in welchem Verband spielen."

Den Fußball-Zirkus nicht zu ernst nehmen

Zeigler wisse zum Beispiel nicht mehr genau wie seine Abi-Abschlussfeier war. "Ich weiß aber ganz genau, was ich gemacht habe, als Werder Bremen zum ersten Mal in meinem Leben Deutscher Meister wurde und wie ich mich gefühlt habe. Das ist schon etwas schräg", gibt er zu.

Fan ja, Verrückter auch – aber als Fanatiker sieht Arnd Zeigler sich nicht. "Es ist so, dass mir Fanatismus und das ganze Echauffieren, diese Empörungskultur eigentlich total zuwider ist. Ich versuche eigentlich immer Sachen in die richtige Relation zu bringen. Wenn ich merke, die Leute regen sich gerade etwas zu sehr auf, wollen dass Köpfe rollen oder Trainer weg haben – ich habe dazu auch immer meine Meinung, aber ich bin eher jemand, der versucht, alle Seiten zu sehen und ich versuche ein Fußball-Versteher zu sein", erklärt er.

Diese Haltung klingt auch in seiner Radiokolumne durch: Er will den Fußball-Zirkus nicht allzu ernst betrachten – viel mehr sieht er ihn als "wunderbare Welt" in Anlehnung an Monty Pythons "Wunderbarer Welt der Schwerkraft". 

Sendung: hr-iNFO, 13.6.18, 15:10 Uhr

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