Haya Shulman

Der Angriff Russlands auf die Ukraine war nicht nur einer mit Panzern und Raketen, sondern auch ein virtueller auf Netzwerke und Infrastruktur. Deutschland würde einen solch massiven Cyberangriff zur Zeit nicht so gut wegstecken wie die Ukraine, sagt Haya Shulman.

Kriege werden längst nicht mehr nur auf dem Schlachtfeld geführt, sondern vor allem auch digital. Falsche Informationen im Internet verbreiten, Fake-Videos in den sozialen Netzwerken streuen oder Hackerangriffe auf die digitale Infrastruktur des Gegners sind längst wesentliche Bestandteile kriegerischer Auseinandersetzungen. Auch im Ukraine-Krieg spielen diese Komponenten eine wichtige Rolle. Gerade Russland gilt als eines der Länder, das sich der Methoden des Cyberkriegs ausgiebig bedient und hier auch bestens gerüstet scheint.

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Das Interview mit Haya Shulman

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Die Ukraine sei das aber auch, sagt Haya Shulman. Sie hat einen Lehrstuhl für Informatik an der Johann Wolfgang Goethe-Universität in Frankfurt und gilt als Spezialistin für Cybersicherheit gilt. Für Deutschland treffe das allerdings eher nicht zu: "Deutschland ist nicht so gut aufgestellt wie die Ukraine", sagt die gebürtige Israelin in hr-iNFO. "Gerade die kritische Infrastruktur hat hierzulande ganz viele Schwachstellen."

"Man ist ein Hacker - jeden Tag"

Sich selbst begreift Haya Shulman übrigens auch als Hackerin. Anders wäre es nach eigener Aussage überhaupt nicht möglich, Schwachstellen in Computersystemen ausfindig zumachen. "Man ist ein Hacker - jeden Tag", sagt sie. "Um zu verstehen, wie Hacker ihre Angriffe durchführen, muss man verstehen, wie sie ticken. Ich mag das sehr, sich jeden Tag aufs Neue zu überlegen, wie man in ein System hineinkommt."

Nur so könne sie ihre Aufgabe richtig wahrnehmen. Denn die sei es schließlich, Schwachstellen in Netzwerken und Systemen zu finden und hinterher die entsprechenden Verbesserungsmassnahmen einzurichten oder Empfehlungen abzugeben.

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Das Interview führte Uli Höhmann.

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