SPD-Vorsitzende Andrea Nahles (m.) mit hr-iNFO-Programmleiterin Katja Marx und Hauptstadtkorrespondent Andreas Reuter
SPD-Vorsitzende Andrea Nahles (m.) mit hr-iNFO-Programmleiterin Katja Marx und Hauptstadtkorrespondent Andreas Reuter Bild © hr

Die SPD-Vorsitzende ist unter Druck: Die Landtagswahl in Hessen könnte auch über ihr Schicksal entscheiden. Unter der Krise der GroKo in Berlin leidet auch die hessische SPD, laut Umfragen drohen hohe Verluste. Katja Marx (hr-iNFO-Programmleiterin) und Andreas Reuter (Leiter hr-iNFO-Haupstadtstudio) haben Andrea Nahles zum Interview getroffen.

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Die SPD steckt in einer Krise, gerade erst hat sie bei der Bayernwahl mit unter zehn Prozent ein historisch schlechtes Ergebnis eingefahren. Droht in Hessen ein ähnliches Debakel? Obwohl die momentane Stimmungslage im Land zeigt, dass die Große Koalition in Berlin der Hessen-SPD das Wahl-Ergebnis am Sonntag verhageln könnte, gibt sich Andrea Nahles überzeugt: "Wir setzen auf Sieg. Wir haben einen hervorragenden Spitzenkandidaten mit Thorsten Schäfer-Gümbel, der hat keine Fehler gemacht, ist total gut vorbereitet, engagiert und er ist eine echte Alternative zum amtsmüden Bouffier." 

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Die SPD-Chefin warnt im Interview mit hr-iNFO davor, der Landtagswahl in Hessen zu viel bundespolitische Bedeutung zuzuschreiben. "Ich sehe das nicht als Schicksalswahl für mich", sagte Nahles. "Und auch nicht als Schicksalswahl insgesamt". Auf die Frage, ob die Große Koalition in Berlin auch nach der Wahl in Hessen Bestand haben werde, antwortet sie: "Ich kann überhaupt nichts garantieren, aber wenn ich jetzt darauf wetten würde, würde ich sagen: ja".

"Die letzten Monate waren unsäglich"

Zugleich bedauert sie, dass die Bundespartei momentan nicht den Rückenwind aus Berlin organisieren könne, den SPD-Spitzenkandidat Thorsten Schäfer-Gümbel verdient habe. "Die letzten Monate waren unsäglich teilweise und können so auf keinen Fall Vorbild sein für das, was noch kommt". Die Hessen-SPD habe aber mit den Themen bezahlbares Wohnen, Mobilität und Bildung "richtige Prioritäten" im Wahlkampf gesetzt. Damit sei sie sehr zufrieden, sagt Nahles und bekräftigt: "Ich glaube, es ist Zeit für einen Wechsel in Hessen."

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Die Warnungen von Angela Merkel und Volker Bouffier vor "linken Experimenten" in einer möglichen Landesregierung aus SPD, Linken und Grünen wies Nahles als gezielten Versuch einer Angst-Kampagne zurück. Nach dem ARD-Hessentrend vom 18. Oktober wären vermutlich drei Partner zur Regierungsbildung nötig: einer Jamaika-Koalition aus CDU, Grünen und FDP scheint eine deutliche rechnerische Mehrheit gewiss. Auch eine Ampelkoalition aus SPD, FDP und Grünen oder auch Rot-Grün-Rot wären nach der Umfrage knapp möglich.

Zu den schlechten Umfrage-Werten ihrer eigenen Partei sagte Andrea Nahles, man dürfe jetzt nicht kopflos werden: "Für die SPD gibt es auch wieder bessere Zeiten." Im Endspurt des hessischen Landtagswahlkampfes will die Bundesparteivorsitzende ihren Parteikollegen und hessischen SPD-Spitzenkandidaten Thorsten Schäfer-Gümbel noch einmal unterstützen: Andrea Nahles wird am Mittwoch bei einer Veranstaltung in Heuchelheim bei Gießen auftreten.

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Sendung: hr-iNFO, 24.10.2018, 13:05

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