Aya Jaff

Programmieren lernen, ein Stipendium im Silicon Valley bekommen, ein eigenes Unternehmen gründen und ein Buch rausbringen: Das alles hat Aya Jaff mit 25 Jahren schon geschafft. Doch das reicht ihr noch lange nicht.

Als Aya Jaff 15 Jahre alt ist, hat sie ein für sie damals großes Problem. Ständig fallen in der Schule Unterrichtsstunden aus. Davon erfährt sie aber immer erst, nachdem sie sich aus dem Bett gequält hat und zum Schwarzen Brett an die Schule gefahren ist.

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Also hat sie eine Idee: Warum nicht selbst ein Programm bauen, damit man von zu Hause auf ein digitales schwarzes Brett zugreifen und somit länger ausschlafen kann? Es ist genau dieser Gedanke, der die junge Ava Jaff dazu inspiriert, selbst programmieren zu lernen. Und der Start für viele weitere Ideen.

Einblicke ins Silicon Valley: größer denken

Aya fasst den Entschluss: Ich möchte Unternehmerin werden. In ihrem Kinderzimmer hängt von da an ein Poster vom jungen Bill Gates – ihr großes Vorbild. Die Unterstützung ihrer Lehrer*innen hält sich in Grenzen, aber das hält sie nicht auf. Nach der Schule beginnt sie ein Informatik-Studium. Nach vier Semestern bricht sie es ab und bewirbt sich stattdessen für ein Gründerinnen-Stipendium im Silicon Valley. Obwohl sie sich drei Tage nach der Frist anmeldet, bekommt sie das Stipendium und verbringt sieben Wochen an dem Ort, der für seine Gründerszene und Innovationen bekannt ist.

"Wenn ich mir anschaue, was im Silicon Valley alles unterstützt wird an komischen und verrückten Ideen, dann denke ich mir auch: Wenn ich das jemandem hier in Deutschland vorstellen würde, würde der mich auslachen. Aber dort wird man ernst genommen", erzählt Ava über ihre Zeit dort. Man habe ihr beigebracht, "größer zu denken." Das sei ein "supertolles Gefühl, was ich gerne beibehalten möchte in meiner Denkweise, dass man quasi ein bisschen grenzenloser an Dinge herangeht."

Zurück in Deutschland entwickelt Aya Jaff ein Börsenplanspiel, um junge Leute spielerisch an das Thema Geldanlage heranzuführen. Dann gründet sie ihr erstes eigenes Unternehmen: eine Beratungsfirma für Digitalisierung. In diesem Sommer veröffentlicht sie ihr erstes Buch mit dem Titel "Moneymakers" – ein Einsteigerbuch für die Börse.

Schwieriger Start in Deutschland

Aya Jaffs Eltern sind selbst Akademiker, trotzdem wurde ihr das Geld nicht in die Wiege gelegt. Denn als Aya knapp zwei Jahre alt ist, flüchtet die Familie aus dem Irak, wo gerade Bürgerkrieg herrscht. Nach einem Zwischenaufenthalt in Syrien kommt die Familie in eine Flüchtlingsunterkunft in Nürnberg.

Als Geflüchtete aus dem Irak ohne deutsche Sprachkenntnisse sei der Start nicht gerade einfach gewesen, erzählt Aya. Erst im Erwachsenenalter habe sie verstanden, wie schlecht es der Familie am Anfang ging und dass sie überhaupt kein Geld hatten. Die Abschlüsse der Eltern wurden in Deutschland nicht anerkannt, die zusätzlich damit beschäftigt waren, Kultur und Bildungssystem zu verstehen.

Aya Jaff ist ein Beispiel für jemanden, die selbst ihr größter Antreiber ist. Inspiriert von großen Vorbildern wie Bill Gates und Steve Jobs, ist ihr keine Aufgabe zu schwer. Sie arbeitet geduldig an der Lösung, bis sie zum Erfolg kommt. Auch jetzt hat sie bereits ein neues Projekt. Was genau das ist, möchte sie aber noch nicht verraten.

Sendung: hr-iNFO "Das Interview", 07.10.2020, 19.35 Uhr

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