Benjamin Kunz Mejri
Benjamin Kunz Mejri Bild © hr

Benjamin Kunz Mejri ist ein "White Hat": ein Hacker, der sich an Recht und Gesetz hält. Er will die Sicherheit von Netzwerken und IT-Systemen verbessern – zum Beispiel in Krankenhäusern. Denn dort können Schwachstellen im System im schlimmsten Fall Menschenleben kosten.

Kunz Mejri macht erfolgreich Jagd auf Schwachstellen in Software und Netzwerken. Sucht Sicherheitslücken, die kriminelle Hacker ausnutzen könnten. Diese Lücken meldet er dann an die Hersteller, damit sie sie schließen können. Und dafür kassiert er eine Belohnung. "Es gibt Sicherheitslücken, für die man 100.000, 200.000 oder sogar bis zu einer Million Euro absahnen kann", sagt Kunz Mejri. Geldautomaten, Apples Betriebssystem iOS, die Video-Konferenz-Software Skype, der Bezahldienst PayPal – all das ist sicherer geworden dank des Hackers aus Kassel. Er ist eine Art digitaler Kopfgeldjäger. Einer, der sich weltweit einen großen Namen in der IT- und Hacker-Szene gemacht hat.

Benjamin Kunz Mejri zeigt uns sein "Werkzeug":

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So hat es auch ein Teil seiner Lebensgeschichte auf die Kinoleinwand geschafft. In dem mehrfach ausgezeichneten Hacker-Film "Who Am I – Kein System ist sicher" wird aus einem unscheinbaren jungen Mann ein gefürchteter Hacker. Der Film ist prominent besetzt: Es spielen unter anderem Elyas M’Barek, Wotan Wilke Möhring und Hannah Herzsprung mit. Die Hauptfigur – verkörpert von Tom Schilling – trägt den Namen Benjamin. Das ist kein Zufall. Der Film ist inspiriert von den Erlebnissen Benjamin Kunz Mejris.

"Wir brauchen mehr Geld für IT-Sicherheit"

Als IT-Sicherheitstester ist er mit seiner Firma Evolution Security auch immer wieder in Krankenhäusern im Einsatz. Von dieser Arbeit erzählt er auch in Folge drei der zweiten Staffel unserer Podcastreihe "Cybercrime": Wie er Netzwerke und IT auf ihre Verwundbarkeit testet – immer mit dem Ziel, potenzielle Einfallstore für Hacker zu schließen. "Die meiste Sorge macht mir zum Beispiel der Abfluss von Patientendaten", sagt Kunz Mejri, "und dass Angreifer unter Umständen auch Zugriff auf Geräte bekommen, die dafür entscheidend sind, ob ein Menschenleben vielleicht weiter existiert oder nicht." Damit meint er medizinische Geräte, die heutzutage ganz selbstverständlich in Kliniknetzwerke eingebunden sind. Auch sie sind ein mögliches Ziel von Hackerattacken.

Damit sich die IT-Sicherheit der Krankenhäuser in Deutschland erhöht, sieht Kunz Mejri die Politik in der Pflicht. "Wir brauchen natürlich mehr Geld von vom Land", sagt der Kasseler Hacker, "damit einfach mehr Sicherheitsprüfungen im Jahr vorgenommen werden können."

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Sendung: hr-iNFO Das Interview, 23.9.2018, 19:35 Uhr

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