Bettina Wiesmann

Am Wochenende wird die Frankfurterin mit darüber entscheiden, wer die CDU in Zukunft anführen wird. Im Interview spricht Bettina Wiesmann über ihre Favoriten, den ersten rein virtuellen Parteitag der CDU und Menschen, die ihre Partei in Zukunft mehr in den Blick nehmen sollte.

Bettina Wiesmann hat gerade die erste Fraktionssitzung nach den Winterferien hinter sich – digital natürlich -, als Andreas Meyer-Feist sie in ihrer Wohnung im Frankfurter Nordend zum Interview trifft. Er ist heute der haushaltsfremde Gast, der - mit Abstand - noch in der Wohnung erlaubt ist. Es sind noch wenige Tage bis zum richtungsweisenden Wahlparteitag der CDU, der nach langem Ringen nun auch digital stattfinden muss.

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"Wir haben den Parteitag zwei Mal verschoben, weil wir wissen, wie wichtig und gut es ist, wenn man sich bei solch wichtigen Entscheidungen auch in die Augen schauen und die Nähe zueinander spüren kann", sagt Wiesmann. Aber es sei jetzt eben unverzichtbar, die Vorsitzenden-Frage in einem so wichtigen Wahljahr zu entscheiden: "Damit die Leute wissen, wer bei uns vorne steht."

"Traue Laschet das Zusammenführen zu"

Bettina Wiesmann, die 2017 als Direktkandidatin ihres Wahlkreises in Frankfurt in den Bundestag eingezogen ist, macht keinen Hehl daraus, dass sie Armin Laschet mit seinem Teampartner Jens Spahn gerne auf dem Chefsessel sehen würde: "Ich traue ihm das Zusammenführen zu, was wir in dieser Gesellschaft nach dieser schwierigen Pandemie auch mehr brauchen denn je." Und mit Jens Spahn habe er sich mit einem Partner verbündet, der anders verortet ist in der CDU, konservative Akzente setzt und einer neuen Generation angehört.

Jetzt komme es darauf an, sich im Moment der Entscheidung alle hinter dem Sieger zu versammeln, sagt Wiesmann: "Auch die, die unterlegen sind. Die zwei, die es nicht werden, sollten sich dann auch einfinden in das gemeinsame Team."

 "Jugendliche haben wir zu wenig in den Blick genommen"

Während Bettina Wiesmann im Interview auf die Zukunftsperspektiven ihre Partei blickt, bringt die jüngste von vier Töchtern zwei Gläser Wasser ins Zimmer. Die Jugendlichen und jungen Erwachsenen sind es, die Bettina Wiesmann im Moment nicht aus den Augen verlieren will: "Die Jugendlichen haben wir zu wenig in den Blick genommen und müssen das dringend ändern", sagt sie.

Sie hätten viel an die jungen Kinder gedacht, weil dahinter "auch Eltern stehen, die am Rad drehen, wenn sie gleichzeitig Homeoffice und Homeschooling miteinander vereinbaren müssen." An ältere Kinder und solche, die schon einen Schulabschluss haben und "den wichtigen Anfang ihrer Ausbildung oder ihres Studiums jetzt nicht so gestalten können - da ist uns noch zu wenig eingefallen", meint Wiesmann.

Sendung: hr-iNFO "Das Interview", 13.1.2021, 19:35 Uhr

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