"Über den Tellerrand": So heißt ein Verein, der Menschen verschiedener Herkunft übers Essen zusammenbringen will. Nun hat er ein Kochbuch herausgebracht. Mit knapp 100 Rezepten von Menschen aus der ganzen Welt, die in Frankfurt zuhause sind.

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Clara Speer und Rachid Belhabib: "Frankfurt isst bunt"

Clara Speer und Rachid Belhabib
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Wer das Lokal an der tristen Europaallee in Frankfurt betritt, kommt in eine andere Welt. Orientalische Teppiche und roher Beton, verschiedenfarbige Keramikteller und -schüsseln, dazu Retro-Spielzeug wie zum Beispiel alte Game Boys. Was scheinbar nicht zusammen passt, ist doch stimmig. Denn für Rachid Belhabib ist sein Lokal "Rashcook Table" sein "Wohnzimmer", wie er sagt.

Bis zu 16 Stunden am Tag steht er hier hinter der Theke, brät und kocht und mixt und serviert liebevoll angerichtete Teller an einer acht Meter langen Tafel, zusammengesetzt aus alten Tischen. "Wir haben die aus verschiedenen Kellern rausgetragen und hier zusammengesetzt", erinnert sich Belhabib in Das Interview von hr-iNFO. "Die Tische haben nie geglaubt, mal eins zu sein. Jetzt sind die eins und so wollen wir unsere Gäste auch zusammenbringen."

"In Marokko ist immer Weihnachten"

Seine Küche nennt Rachid Marokk'n'Roll Crossover. Asiatische und italienische Einflüsse spielen eine Rolle. Die Basis aber ist Marokko, das Land seiner Eltern, das auch für ihn - den gebürtigen Frankfurter - noch irgendwie "Heimat" ist. Bestimmte Zutaten und Gewürze, Düfte und Aromen gehören für ihn dazu: "In Marokko ist immer Weihnachten, immer Nelke, Sternanis und Zimt - das findet man in fast jedem Gericht."

Rachid Belhabib ist einer von 51 Frankfurterinnen und Frankfurtern, die ihre Familienrezepte aufgeschrieben haben für ein einzigartiges Kochbuch, das jetzt erschienen ist. "Frankfurt is(s)t bunt" heißt es und zeigt, wie vielfältig die Küche der Menschen aus aller Welt ist, die in dieser Stadt zuhause sind. Herausgegeben hat das Kochbuch der Verein "Über den Tellerrand", der Menschen verschiedener Herkunft übers gemeinsame Kochen und Essen zusammenbringen will. "Oft erzählen die Leute, von wem sie die Rezepte haben und erinnern sich an ihre Mama oder ihre Oma", sagt Clara Speer vom Verein.

Grüne Soße mit acht Kräutern

So wird das Kennenlernen fremder Zutaten und unbekannter Rezepte zum Medium der Integration - in beide Richtungen. Der Verein veranstaltet bundesweit Kochworkshops - unter anderem, um geflüchtete Menschen mit hier Beheimateten zusammenzubringen. In einer diversen Stadt wie Frankfurt funktioniere das besonders gut, meint Speer.

Ein Frankfurter Klassiker darf daher nicht fehlen im Kochbuch, die Grüne Soße. Rachid Belhabib bereitet sie auf seine Weise zu - mit Minze. So fügt er den sieben Kräutern ein achtes hinzu - mit marokkanischer Note.

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Buchtipp

"Frankfurt is(s)t bunt - 97 Rezepte von Menschen aus der ganzen Welt, die in Frankfurt ein Zuhause fanden", Henrich Editionen, 25 Euro

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