Dirk Schimmelpfennig
Dirk Schimmelpfennig ist sich sicher, dass die deutschen Athleten und Ahtletinnen nicht gedopt sind. Bild © picture-alliance/dpa

Die Olympischen Winterspiele stehen vor der Tür. Dirk Schimmelpfennig, "Chef de Mission" der deutschen Mannschaft, blickt im Interview voraus auf einen Wettkampf nahe der nordkoreanischen Grenze, der am besten ohne Doping-Skandal auskommt.

Der große Mann lächelt und lässt sich kein bisschen aus der Fassung bringen, als wir ihn zu Beginn unseres Interviews zu einem Match auffordern: Eine Runde Tischtennis auf kleiner Platte im Hörfunkstudio von hr-iNFO, vor offenen Mikrofonen und mit Sportreporterin Martina Knief als Kommentatorin.

Dirk Schimmelpfennig hat gut lachen, schließlich war er sein halbes Leben lang im deutschen Tischtennis aktiv: erst als Spieler, dann als erfolgreicher Trainer, zuletzt auch als Chef der Tischtennis-Nationalmannschaft. Entsprechend entspannt nimmt er seinen Schläger in die Hand und ist dann sehr schnell sehr fokussiert auf Ball und Platte. Da ist der Leistungssportler in ihm, hellwach und konzentriert. Sehr schnell ist dann auch klar, wer das Mini-Match im Studio gewinnen wird und Schimmelpfennig setzt sich als Sieger an sein Mikrophon ans Studio.

Sicherheit, Kommunikation, medizinische Versorgung

Ähnlich wie an der Platte ist er dann auch im Gespräch wieder schnell bei der Sache, zum Beispiel wenn es um die Sicherheit der Olympischen Spiele nur 70 Kilometer weit entfernt von der waffenstarrenden Grenze zu Nordkorea geht. "Wir haben enge Kontakte zum Auswärtigen Amt, zur Botschaft in Korea und zum BKA. Im Moment gibt es keine Reisewarnung des Auswärtigen Amtes und wir hoffen, dass sich die Entwicklung so darstellt, dass sich das bis und während der Spiele nicht ändert", so Schimmelpfennig.

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Sendezeiten

Fr., 5.1., 19.35 Uhr
Sa., 6.1., 10 & 18.35 Uhr
So., 7.1., 14 Uhr

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Die Sicherheit seiner Sportler ist eine Aufgabe des "Chef de Mission". Schimmelpfennig möchte die Bedingungen für seine Sportler so gut wie möglich gestalten, sodass sie sich voll auf sich und ihre Leistungen konzentrieren können. Dazu gehört die Kommunikation mit dem Veranstalter und den Journalisten genauso wie die Organisation der medizinischen Abteilung.

Die Mannschaft misst sich an Sotschi

Während der 1962 geborene Kölner seinen Aufgaben-Katalog für Korea aufblättert, wirkt er ernst, aber nicht angespannt. Offensichtlich ist er es gewohnt, mit Verantwortung umzugehen. Seit 2015 ist er im Vorstand des Deutschen Olympischen Sportbundes und er ist angetreten, um wieder für mehr internationale Erfolge der deutschen Spitzensportler zu sorgen. Dirk Schimmelpfennig ist bekennender Freund des Edelmetalls, die 19 Medaillen von Sotschi würde er in  Pyeongchang gerne überbieten."Wir messen uns an den Ergebnissen von Sotschi. Wir glauben auch, dass wir uns gegenüber Sotschi verbessert haben. Deshalb hoffen wir, dass wir mindestens genauso gut, eher erfolgreicher sind", sagt Schimmelpfennig.

Medaillen seien wichtig, weil sie ein Gradmesser sind für die Leistung. Aber sie sind für ihn nicht alles: "Für mich ist auch ganz wichtig, wie wir auftreten. Dass wir ehrliche Sportler sind, saubere Sportler sind, dass wir auch von unserer Persönlichkeit her Menschen sind, die für den Leistungssport stehen, aber eben auch für unser Land. Das ist für mich wichtig: dass wir positive Vertreter des Leistungssports und unseres Landes sind." Dazu gehört auch, dass Doping keine Rolle spielen darf in seinem Team. Wie sicher ist sich der "Chef de Mission", dass seine Sportler keine verbotenen Mittel verwendet haben? "Ich bin bei unseren Athleten, die sehr engmaschig getestet sind, sicher, dass es ehrliche Sportler sind."

Mit Spaß dabei

Schimmelpfennig blickt optimistisch nach Korea, die Leidenschaft für den Leistungssport, den Spaß daran lässt er sich nicht nehmen."Das Schöne ist, dass wir den Spaß, den wir jetzt am Wintersport haben, dort komprimiert vor Ort mit allen Wintersportarten eben 16 Tage lang erleben werden, und das macht für uns die olympischen Spiele aus."

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Sendung: hr-iNFO, Das Interview, 5.1.2018, 19.35 Uhr

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