Dominik Lawetzky mit Christopher Plass

Besonders jetzt am Wochenende werden die Aktivisten von 'Fridays for Future' aktiv: Wenn die IAA ihre Türen für das Besucherpublikum öffnet. Christopher Plass hat einen der Aktivisten getroffen: den 19-jährigen Dominik Lawetzky.

Dominik Lawetzky kann an diesem Wochenende nicht an den Protesten gegen die IAA teilnehmen, weil er seiner Freundin beim Umzug helfen soll. Das sei schon länger verabredet, sagt der 19-Jährige etwas zerknirscht. Dabei gäbe es am Wochenende für den Aktivisten von 'Fridays for Future' aus dem Rheingau genügend Gelegenheiten, für mehr Klimaschutz und gegen PS-starke Klimasünder zu demonstrieren.

Tausende von Fahrradfahrern fahren an diesem Samstag aus vielen Teilen Hessens in einer Sternfahrt nach Frankfurt. Ausgangspunkte sind unter anderem Wiesbaden, Darmstadt, Gelnhausen oder Usingen, aber auch aus benachbarten Bundesländern werden Radler erwartet. In Frankfurt setzt sich außerdem eine Fußgänger-Demonstration in Bewegung.

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Zum Artikel Dominik Lawetzky, Fridays for Future Hessen: "Ich bin für eine nachhaltige Mobilitätspolitik"

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Am Sonntag will die Initiative 'Sand im Getriebe' die IAA blockieren: Gewaltfrei sei auch diese Protestform legitim, meint Dominik Lawetzy. Die Proteste gegen die IAA müssten sein: "Die IAA steht sinnbildlich für diese Größer-Schneller-Mehr-PS-Mentalität, die in Deutschland und der Welt vorherrscht. Es ist sinnvoll, den Menschen vor Ort zu zeigen, dass es so nicht mehr weitergehen kann".

Die Politik muss handeln

'Fridays for Future' fordert eine nachhaltige Mobilitätspolitik: "Mit E-Rollern ist es nicht getan". Dominik, der in Eltville zur Schule geht, engagiert sich vor allem im Großraum Wiesbaden. So sei für kommenden Donnerstag eine nächtliche Mahnwache vor dem Kultusministerium geplant: Am Tag darauf, dem 20. September, wird das Klimaschutz-Paket der Bundesregierung erwartet, zeitgleich mit einem "globalen Klimastreik". Was die zu erwartenden Vorhaben der Bundesregierung angeht, ist Dominik Lawetzky nicht besonders optimistisch.

Zitat
„Die IAA steht sinnbildlich für diese Größer-Schneller-Mehr-PS-Mentalität. Es ist sinnvoll, den Menschen vor Ort zu zeigen, dass es so nicht mehr weitergehen kann.“ Zitat von Dominik Lawetzky
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Der 19-jährige Gymnasiast, der nächstes Jahr Abitur machen will, weiß, wie Politik funktioniert: dass Interessen ausgeglichen werden müssen, dass man nicht einfach einen Hebel umlegen kann. Analytisch sei das richtig, aber Aktivisten von 'Fridays for Future' hätten eine andere Rolle: "Wir fordern x, y und z – und zwar jetzt". Die Aufgabe von 'Fridays for Future' sei es, Druck zu machen. Die Politik müsse handeln. Auch von den Grünen in den Regierungen erwarte er sich mehr, sagt Lawetzky, der selbst grünes Parteimitglied ist.

'Fridays for Future' hat als Schüler-Bewegung Schlagzeilen gemacht. Auf die Frage, wie Auszubildende sich beispielsweise an Streikaktionen beteiligen könnten, meint der 19-Jährige: "Denen würde ich sagen: Sprecht mit Eurem Chef, vielleicht kommt ihr als Betrieb".  Es hätten Betriebe und Schulen zugesagt, am 20. September zu Aktionen zu kommen. Selbstkritisch räumt der Gymnasiast ein, dass sich an 'Fridays for Future' vor allem Akademiker-Kinder beteiligen würden. Es sei schwierig, andere Leute dafür zu erreichen.

Sendung: hr-iNFO Das Interview, 13.9.19, um 19:35 Uhr

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