Eileen O'Sullivan
Bild © facebook.com/eileenosullivanvolt

Lange hat sie kritisch auf den Politikbetrieb geschaut, vor einem Jahr ist sie dann selbst "hineingestolpert". Die 23-jährige Studentin will mitgestalten beim Umgang mit Geflüchteten oder der Klimapolitik. Denn "jetzt brennt es", sagt sie - "und jetzt müssen wir was machen."

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Eileen O'Sullivan mit hr-iNFO-Reporter Stefan Bücheler

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Es ist eine kleine Antwort, die dennoch viel über die junge Frau aussagt: Als sie den Satz "Glücklich bin ich, ..." beenden soll, antwortet sie "… wenn ich einen Hund streicheln kann". Ein Profi-Politiker im Wahlkampfmodus hätte auch antworten können: "... wenn ich auch nur für einen Menschen in Europa etwas erreichen konnte." Aber Eileen O'Sullivan teilt ihre erste Assoziation, wenn sie an Glück denkt. Das wirkt sehr persönlich und authentisch, herrlich unverbraucht.

Die 23-jährige Studentin ist erst vor einem Jahr in die Politik gegangen - zu Volt, der neuen paneuropäischen Partei, die in acht Ländern zur Wahl des Europäischen Parlaments antritt. Vorher hatte sie lange Zeit sehr kritisch auf den Politikbetrieb geschaut. Schließlich kam sie zu dem Schluss, dass sie "vielleicht selber mal aktiv werden sollte, anstatt nur zu motzen."

"Jetzt bin ich dran!"

Per Zufall habe sie dann Volt gefunden und dachte sich: "Wahnsinn!" Sie habe das Gefühl gehabt, dass sie hier "tatsächlich noch was verändern kann", dass es "noch beweglich" sei. So sei sie "in die Politik hereingestolpert, aus dem Grund, dass ich dachte: So, jetzt bin ich dran."   

Eileen O'Sullivan ist in Frankfurt aufgewachsen, ihre Mutter hat türkische Wurzeln, der Vater ist Ire. An Volt gefällt ihr, dass die Partei nicht eine nationale Partei ist, sondern eine paneuropäische Organisation. "Es ergibt für mich auch als irische Staatsbürgerin viel mehr Sinn, dass ich mich an etwas beteilige, das genauso meine irische Familie unterstützt wie meine Freunde und mich hier in Deutschland."    

"Diese Wahl ist eine Klimawahl"

Europäische Solidarität ist der Studentin wichtig, und eine humane Migrationspolitik, die nicht pauschal von Flüchtlingen und Zahlen spricht, sondern von Menschen und ihrem individuellen Schicksal.

Ganz vorne auf der politischen Agenda steht aber auch der Umgang mit der globalen Erwärmung: "Ich bin davon überzeugt, dass diese Wahl jetzt auch eine Klimawahl ist." Den Bürgerinnen und Bürgern sei mittlerweile "Gott sei Dank bewusst, wie wichtig das Klima geworden ist". Das habe man auch "solchen Bewegungen wie Fridays for Future zu verdanken, dass wir merken: 'Jetzt brennt es, jetzt müssen wir was machen!'"

Für Volt heißt das zum Beispiel die Einführung einer EU-weiten CO2-Steuer nach dem Vorbild der schwedischen Regelung. Auch hier wieder eine sehr europäischer Gedanke: Es muss nicht in jedem Nationalstaat alles neu entwickelt werden. Es lohnt sich, von den Nachbarn das Gute zu übernehmen und zu einem Vorteil für alle in Europa zu machen.    

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