First Lady Elke Büdenbender
First Lady Elke Büdenbender Bild © picture-alliance/dpa

Seit gut einem Jahr ist Frank-Walter Steinmeier Bundespräsident und seine Frau Elke Büdenbender First Lady. Jetzt hat sie ihr erstes großes Radio-Interview gegeben - und mit unserer Hauptstadt-Korrespondentin darüber gesprochen, wie sehr sich ihr Leben verändert hat.

Ein bisschen nervös wirkt Elke Büdenbender schon, als sie im sportlich-eleganten Kleid und mit knallblauer Lesebrille im ARD-Hauptstadtstudio ankommt. Fünfundzwanzig Minuten Radio – das ist doch etwas anderes als Zeitungsinterviews, wo die präsidiale Pressestelle hinterher notfalls noch mal glättend drübergehen kann. Die Zusage zum Interview: ein Zeichen dafür, dass sie jetzt wirklich im neuen Job als First Lady angekommen ist.

"Ich habe den Eindruck, ich werde sicherer, auch im Umgang mit den Medien, denn das bin ich nicht so gewohnt", sagt Büdenbender. "Und da muss man sich wirklich daran gewöhnen, an die Öffentlichkeit, die Fotografen, die Kameras. Ich habe mich jetzt daran gewöhnt, ich traue mir das jetzt zu."

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Die 56-Jährige ist während des Interviews mit hr-iNFO offen und locker, sie lacht sehr viel. Ernst wird sie, wenn sie betont, dass sie sich aus freien Stücken dafür entschieden hat, ihre Arbeit als Verwaltungsrichterin nach 20 Jahren ruhen zu lassen, um ihren Mann Frank-Walter Steinmeier ins Schloss Bellevue zu begleiten. Das sei kein Opfer und das Schloss auch kein Gefängnis – als solches hatte die frühere amerikanische First Lady Michelle Obama das Weiße Haus mal bezeichnet. "Ich empfinde es in keiner Weise als Gefängnis", sagt Büdenbender. "Das Schloss Bellevue ist ein wunderschöner Arbeitsplatz, da arbeiten tolle Leute. Und die Sicherheit, die notwendig ist, kann man gut akzeptieren und ich kann damit gut leben."

"Ich habe mich daran gewöhnt"

2009, als Steinmeier SPD-Kanzlerkandidat war, hatte Büdenbender sich beklagt, sie und ihr Mann hätten fast kein Privatleben mehr, könnten nirgendwo unerkannt hingehen – das nehme einem den Atem. Heute sagt sie freundlich lächelnd: "Daran habe mich einfach gewöhnt. Ich muss auch sagen, wenn ich alleine in Berlin unterwegs bin, dann erkennt mich keiner." Und insgesamt habe sich ihr Leben gar nicht so sehr verändert. Es gebe in der Dienstvilla keinen Butler, die beiden erledigten viel selbst. Der Bundespräsident mache gerne das Frühstück, Elke Büdenbender gehe in den Supermarkt.

hr-iNFO Korrespondentin Sabine Müller und First Lady Elke Büdenbender im Studio
hr-iNFO Korrespondentin Sabine Müller (li.) und First Lady Elke Büdenbender (re.) im Studio Bild © hr

Wenn sie Zeit hat, denn es gibt viel zu tun. Neben den traditionellen First Lady-Schirmherrschaften - Unicef und Müttergenesungswerk - kümmert sie sich um das Thema Bildungschancen, Fokus: berufliche Bildung. Sie selbst hat nach der Realschule erst Industriekauffrau gelernt, dann das Abi nachgeholt und studiert. Der Job als First Lady ist durchaus fordernd, aber an der Debatte darüber, ob es ein formeller Posten mit Bezahlung sein sollte, will sich Elke Büdenbender nicht beteiligen.

Antisemitismus: "ein No-Go"

Deutliche Worte am hr-iNFO-Mikrophon findet sie dagegen in der Antisemitismus-Debatte: "Dass hier jemand die Kippa nicht tragen kann, weil er angegriffen wird, ist ein No-Go. Das geht einfach gar nicht." Trotz aller Probleme hat die First Lady generell einen positiven, optimistischen Blick auf Deutschland und man merkt ihr an, dass sie sich wohlfühlt mit ihrer neuen Aufgabe.

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Sendezeiten

Mi, 25.4., 19:35 Uhr
Sa, 28.4., 10:05 und 18:35 Uhr
So, 29.4., 14:35 Uhr

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Trotzdem vermisst sie die Arbeit als Verwaltungsrichterin und lässt ziemlich offen durchblicken, dass sie nicht unglücklich wäre, wenn ihr Mann keine zweite Amtszeit als Bundespräsident hätte: "Ich würde mich auch freuen, wenn ich wieder in meinem Beruf arbeiten könnte. Dabei würde ich es jetzt einfach mal belassen", sagt sie und lacht.

Sendung: Das Interview, 25.4.18, 19:35 Uhr

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