Helge Braun

Für die Bundesregierung ist das Klimapaket der große Wurf, Kritiker sprechen lieber von einem "Päckchen". Einer der entscheidenden Strippenzieher hinter den Kulissen ist Helge Braun. Im Gespräch verteidigt der Hesse die Beschlüsse: Es sei ein gutes Paket - und kein Schlusspunkt, sondern nur ein Zwischenschritt.

"Wir werden jedes Jahr gucken: Erfüllen wir unsere Ziele?" Und dann müsse nachgesteuert werden, sagt Braun über das Klimapaket der Bundesregierung. Die Kritik daran hatte er vorhergesehen. "Die Ungeduld der jungen Generation kann ich gut verstehen. Aber ein gewisser Vorlauf, dass sich jeder einstellen kann, ist wichtig."

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Helge Braun und hr-iNFO-Hauptstadtkorrespondentin Franka Welz
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Am Ende mache aber ohnehin nicht die Politik den konkreten Klimaschutz. Das seien die Unternehmen und die Bevölkerung, so der CDU-Politiker. Verzicht und Einschränkungen allein könnten aber nicht die Lösung sein. "Wir brauchen einen Klimaschutz, der mit Wohlstand vereinbar ist. Und der Weg dazu sind Innovationen."

"Freue mich, wenn sich der Pulverdampf legt"

Im Interview gewährt der Chef des Kanzleramts Einblicke in die Arbeit am Klimapaket, das buchstäblich auf den letzten Drücker fertig wurde: "So eine zentrale Frage – das ist für die Politik typisch – die braucht ein Momentum“, erklärt Braun, der hinter den Kulissen koordiniert, verhandelt und Kompromisse einfädelt. Lange Nächte in Brüssel oder im Bundeskanzleramt seien deshalb nichts Ungewöhnliches. In so einer Nacht werde es schon auch mal emotional, "aber garstig ist da keiner geworden."

Bleibt trotzdem die Frage, ob Politik auch in Zukunft so funktionieren kann. Schließlich nehmen viele Bürgerinnen und Bürger die Politik nur noch als die Suche nach dem kleinsten gemeinsamen Nenner wahr. Doch Politik bestehe daraus, "dass wir einen gesellschaftlichen Konsens herstellen über das, was notwendig ist", entgegnet Braun. Und beim Klimathema habe sich die Akzeptanz in der Gesellschaft in den vergangenen Jahren deutlich erhöht. "Ich freue mich, wenn sich der erste Pulverdampf legt", sagt er. Dann könne man auch mit den Kritikern diskutieren, wo man noch mehr tun könne.

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Das Interview führte unsere Hauptstadtkorrespondentin Franka Welz.

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Sendung: hr-iNFO Das Interview, 25.9.19, 19:35 Uhr

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