Holm Gero Hümmler
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Die Mondlandung vor 50 Jahren hat gar nicht stattgefunden, sondern war eine Inszenierung im Fernsehstudio. Solche und andere Verschwörungstheorien halten sich hartnäckig – in obskuren Foren im Netz und in den Köpfen von Leuten, die daran glauben. Der Physiker Holm Gero Hümmler will das so nicht stehen lassen.

Die Zutaten einer Verschwörungstheorie sind meist fantastisch oder dramatisch: Nazis im ewigen Eis der Antarktis, ausgestattet mit Wunderwaffen; Außerirdische, die im Kern unserer Erde leben; giftige Wolken, die von Flugzeugen über unseren Köpfen versprüht werden. Der studierte Physiker Holm Gero Hümmler beschäftigt sich intensiv mit solchen "Theorien" und will ihnen etwas entgegensetzen.

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Denn Hümmler, im Hauptberuf Unternehmensberater in Bad Homburg, bezeichnet sich als "Skeptiker" und will aufklären - mit naturwissenschaftlichen Argumenten, aber auch mit Spaß. Denn er weiß: "Verschwörungsmythen sind die besseren Geschichten." Also regt er zum spielerischen Experimentieren an, zum Beispiel mit Playmobil-Figuren. Die arrangiert er so im Sandkasten, dass er den Schattenwurf der Astronauten bei der Mondlandung nachstellen kann - und beweist so, dass die Fotos vom Mond durchaus reale Lichtverhältnisse wiedergeben.

Verschwörungsmythen nicht immer nur skurril und harmlos

Hümmler ist mittlerweile zum Experten geworden und er warnt: Verschwörungsmythen sind nicht immer nur skurril und harmlos. Bei vielen sei Antisemitismus ein "grundlegender Aspekt" und die Verbindung zu rechtsextremen Ideologien werde immer enger.

Mit dem Mythos von den so genannten "Chemtrails" – Giftwolken, die angeblich aus Flugzeugen versprüht werden – habe man gezielt versucht, ehemals Umwelt- oder Friedensbewegte für rechtsextreme Weltbilder zu gewinnen. Im besten Fall verschwendeten Verschwörungsgläubige nur Energie und Zeit, "im schlimmsten Fall destabilisieren sie die Demokratie".

Doch Hümmler kann auch über die Szene lachen. Etwa, wenn er im hr-iNFO–Studio einen Alu-Hut bastelt – ein ironisches Symbol für die irrationalen Ängste vieler Verschwörungstheoretiker. Mit seinen Büchern und seinem Blog will er den "alternativen Fakten" naturwissenschaftlich korrekte Informationen entgegensetzen und zum Nachdenken anregen. Denn, so Hümmler, "überzeugen kann man sich letztlich immer nur selbst".

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