Horst Hrubesch
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Seinen Spitznamen bekam er spätestens nach seinem Siegtreffer für Deutschland bei der EM 1980: Hort Hrubesch, heute noch Fußball-Volksheld in Hamburg und bis vor kurzem Trainer der Frauen-Nationalmannschaft. Ein Gespräch über Fußball, Angeln und Werte.

Ehrlichkeit, Disziplin und immer eine gesunde Bodenhaftung. Das sind die Werte, für die Horst Hrubesch stehen möchte. Und wie ist das mit dem "Kopfballungeheuer"? Diesen Titel bekam er spätestens nach dem Siegtreffer für Deutschland im EM-Finale 1980 gegen Belgien zugeschrieben.

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Er hat sich damit arrangiert: "Es gibt nicht viele, die so ein Markenzeichen haben. Ich hab mich das erste Mal erschrocken, als es im Kreuzworträtsel stand. Mich hat es eigentlich nicht gestört. Meine Frau hat es am Anfang gestört, weil sie auf dem Markt immer mit 'Frau Ungeheur' angesprochen wurde. Aber ich muss sagen: Es gibt den 'Kaiser', es gibt den 'Bomber der Nation', es gibt das 'Kopfballungeheuer', das jeder kennt. Ich sag mal: Es ist eine Marke!"

"Die Mädels haben klare Vorstellungen"

Und im Kopf ergänzt man leise: Du bist eine Marke! Mit Deinen Werten und Deinem Auftreten. Ein herrlich aus der Zeit Gefallener zwischen all den Stars und Selbstdarstellern im modernen Fußballgeschäft.

Bevor Horst Hrubesch Profi wurde, hat er Dachdecker gelernt und sechs Jahre in diesem Beruf gearbeitet. Erst danach begann seine glänzende Karriere in der Bundesliga und als Nationalstürmer. Später hatte er eine wenig erfolgreiche Zeit als Vereinstrainer. Als ihn aber schließlich der DFB holte, änderte sich das.

Horst Hrubesch 1983
25.05.1983, Griechenland, Athen: Die Spieler des Hamburger SV Horst Hrubesch (l) und Ditmar Jakobs stemmen nach ihrem Sieg im Endspiel zwischen dem HSV und Juventus Turin den Pokal der Landesmeister in Athen in die Höhe. Bild © picture-alliance/dpa

Mit der U-19-Nationalmannschaft wurde er 2008 Europameister, mit der U-21 wiederholte er den Erfolg 2009. 2016 gewann er mit der jungen Olympiaauswahl die Silbermedaille bei den Sommerspielen in Brasilien. Zum Ende seiner Karriere half er in diesem Jahr als Interimstrainer beim Frauen-Nationalteam aus und führte es aus der Krise.  

Diese – vorerst – letzte Trainer-Station hat den 67-Jährigen beeindruckt: "Du kriegst immer 100 Prozent. Diese Mädels haben klare Vorstellungen. Die haben fast alle Jobs und gehen acht, neun Stunden arbeiten. Was mir gut gefallen hat: Es haben alle mitgemacht." Es ist ihm anzumerken, dass ihm die Arbeit mit den Fußball-Frauen Spaß gebracht hat. Jetzt verlässt er als ungeschlagener Bundestrainer seine "Kleenen" - mit dem guten Gefühl, sie stärker gemacht zu haben.

Das heißgeliebte Angeln

Zitat
„Netzer kann nicht angeln. Der kann nur Ferrari fahren.“ Zitat von Horst Hrubesch
Zitat Ende

Nun steht die lange geplante Weltreise mit seiner Frau an, später ist dann auch mehr Zeit für die Hobbys des Naturmenschen Hrubesch: Pferde und das Angeln. Hrubesch liebt das Angeln: "Du bist weg aus all dem, was Du sonst immer hast. Angeln war für mich immer die Komfortzone, dass ich mal weg war von allem."

Auf die Frage, ob er denn auch schon zusammen mit seinem Freund und Kollegen Günther Netzer angeln war, antwortet Horst Hrubesch süffisant lächelnd: "Nein! Der kann das nicht. Der kann nur Ferrari fahren!"

Sendung: hr-iNFO, Das Interview, 28.11.2018, 19.35 Uhr

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