Jasmina Kuhnke

Die schwarze Comedy-Autorin Jasmina Kuhnke bezeichnet sich selbst als Quattromilf: Eine vierfache "Mum I'd like to follow". Und das tun in den sozialen Netzwerken immerhin mehr als 100.000 Leute. Dort, in ihren Comedys und auch in ihrem neuen Buch steht Kuhnke auf gegen Rassimus.

Vor einem halben Jahr wurde ihre Adresse im Internet veröffentlicht, verbunden mit einem Mordaufruf. Nur eine der rassistischen Erfahrungen, die die schwarze Comedian Jasmina Kuhnke im Laufe ihres Lebens in Deutschland gemacht hat. „Das ist Teil meiner Lebensrealität und gehört für mich als schwarze Frau leider dazu, wenn ich mich laut gegen Rassismus äußere.“

Dennoch zog Kuhnke nach diesem Vorfall mitsamt ihrer Familie um. Für sie selbst sei diese Situation aber trotzdem weniger belastend als für ihr Umfeld oder ihre Follower, sagt sie: „Ich bin eine schwarze Frau, die in Deutschland geboren ist. Das heißt, ich weiß schon immer um meine Bedrohung im Alltag und weiß, dass es jederzeit passieren kann, dass jemand sich durch meine Hautfarbe oder durch den eigenen Rassismus provoziert fühlt und mich angreift.

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Zum Artikel Autorin Jasmina Kuhnke @quattromilf: "Rassismus und Ablehnung können schwere Folgen haben"

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"Ich beschreibe nur, was ich sehe"

Obwohl sie sich selbst als laut in Bezug auf das Thema Rassismus bezeichnet, sieht sich Jasmina Kuhnke nicht als Aktivistin. „Ich beschreibe nur, das was ich sehe oder was mir widerfährt. Ich halte das lange noch nicht für aktivistisch", sagt die einstige Leistungssportlerin. "Dieser Titel gebührt anderen Personen, die das wesentlich fundierter machen und die damit auch sehr viel mehr erreichen als ich. Ich würde mir daher nicht auf die Fahne schreiben, dass ich Aktivistin bin.“

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Buchtipp

"Schwarzes Herz"
Von Jasmina Kuhnke
Rowohlt Verlag

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Was Kuhnke dagegen seit kurzem zweifelsfrei ist, ist Buchautorin. Ihr Roman "Schwarzes Herz" hat durchaus autobiografische Züge, beschreibt das Leben einer jungen schwarzen Frau, die in den 90er Jahren am Rande des Ruhrgebiets aufwächst, schon früh rassistische Erfahrungen macht und die - wie auch Kuhnke in jungen Jahren selbst - das Laufen für sich entdeckt. "Für mich war dieser Sport damals wahnsinnig wichtig", erzählt die vierfache Mutter. "Das hat mir wahnsinnig viel Halt gegeben, weil ich da fernab von meiner Hautfarbe, meiner Herkunft und meinem Geschlecht einfach sein durfte und einfach machen durfte."

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