Mario Furlanello in der Küche des Bornheimer Ratskellers

Vor gut zwei Jahren hat Mario Furlanello das Frankfurter Traditionslokal Bornheimer Ratskeller neu eröffnet. Jetzt hat er wegen Corona geschlossen. Doch der studierte Architekt und gelernte Metzger bleibt optimistisch und versorgt seine Stammgäste weiter mit regionaler Küche.

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Mario Furlanello im Bornheimer Ratskeller
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200 Gänse hatte Mario Furlanello für die Weihnachtszeit bestellt. Das war im Frühjahr und das Ausmaß der kommenden Corona-Pandemie war noch nicht absehbar. Die bestellten Gänse wurden auf einem Geflügelhof in der Wetterau aufgezogen. Doch Furlanellos Lokal musste pünktlich zur Gänse-Saison schließen. Zubereitet und verkauft hat er den Gänsebraten trotzdem, denn die Stammgäste des Bornheimer Ratskellers holen sich ihr Essen für zu Hause ab. Nur ein Dutzend Gänse sind noch übrig und die gehen auch noch weg.

Alter Charme und neues Design

Auch wenn der Verkauf fertiger Gerichte gut funktioniert, vermisst Furlanello natürlich das Leben in der Gaststube des Bornheimer Ratskellers, in der es sonst "wie in einem Bienenkorb brummt." Vor gut zwei Jahren hat er das Traditionslokal neu eröffnet. Mit viel Liebe zum Detail hatte der studierte Architekt das Gasthaus restauriert, eine moderne Küche und sogar eine Metzgerei eingebaut.

Der Charme alter Gemäuer und schwerer Wirtshaustische verbindet sich mit modernem Design und einer offenen Küche. "Ich wollte die Küche nicht im Keller verbergen", sagt Furlanello. "So können die Gäste sehen, dass bei uns nicht alle drei Sekunden die Mikrowelle bimmelt, weil wir nämlich gar keine haben."

Lieber in der Küche als vorm Computer

Im Bornheimer Ratskeller ist alles handgemacht, auch die Pasta. Bei seiner italienischen Oma in Verona lernte Furlanello schon als Kind, wie Nudeln gemacht werden. Der Unterschied zum Industrieprodukt ist für ihn klar: "Man schmeckt die Mühe." Hinzu kommt die Lust am Ausprobieren. Wenn eine Schweinehälfte geliefert wird, verarbeiten Furlanello und sein Küchenteam alles - nach Lust und Laune: "Heute habe ich Lust auf Maultaschen, morgen auf Bratwürste."

Genau das ist der Grund, warum er lieber Koch geworden ist als Architekt. Nach kurzer Zeit in einem Architekturbüro war ihm klar: Ganze Arbeitstage vor dem Computer, jahrelange Planung, die dann doch nicht so realisiert wird - das ist nichts für ihn. "Dafür habe ich nicht die Geduld, da werde ich nervös."

Zutaten aus der Wetterau, Einflüsse aus Italien

Also rein in die Küche, erst mit einer eigenen Kochschule, jetzt als Wirt im Bornheimer Ratskeller, den er schon als Kind gekannt hatte. Durch Zufall kam Furlanello genau an dem Tag hierher zum Essen, als die Wirtin ihr Lokal für immer schließen musste. Er bewarb sich um die Übernahme des städtischen Gebäudes und verwirklichte sein Projekt: ein deutsches Lokal mit gelegentlichen italienischen Einflüssen und ausschließlich regionalen Zutaten von Erzeugern aus dem Odenwald oder der Wetterau.

Von da kamen auch die 200 Gänse für dieses Jahr. Dass die - trotz Corona - alle weggegangen sind, macht Mario Furlanello zuversichtlich, dass der Bornheimer Ratskeller die Corona-Krise überstehen wird.

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Buchtipp:

Thomas Vilgis und Mario Furlanello: "Perfektion Pasta", erschienen in der Reihe "Die Wissenschaft des guten Kochens" bei der Stiftung Warentest

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Hier gelangen Sie zum Internetauftritt des Ratskellers Bornheim.

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