Laura Hinze

Laura Hinze gehört zu Deutschlands vielversprechendsten Krebsforscherinnen. Die 24-Jährige hat es sich zur Aufgabe gemacht, Leukämie bei Kindern zu heilen.

Audiobeitrag

Podcast

Forschungs-Shootingstar Laura Hinze: "Ich will neue Therapien für krebskranke Kinder finden."

Ende des Audiobeitrags

Die akute lymphatische Leukämie (ALL) ist die häufigste Krebsart bei Kindern. Rund 500 junge Menschen erkranken pro Jahr in Deutschland an ihr. Doch während vor ein paar Jahrzenten noch der überwiegende Teil der Erkrankten an ALL verstarb, liegt die Heilungschance für Kinder inzwischen bei ungefähr 80 Prozent.

"Man sieht Kinder aufwachsen. Das ist das Tolle an diesem Beruf", sagt Laura Hinze in "Das Interview" von hr-iNFO. Hinze ist Medizinerin und Krebsforscherin, arbeitet an der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH). "Aber man sieht eben auch die Fälle, wo das nicht funktioniert und wo dann die Patienten schlussendlich an ihrer Erkrankung versterben."

Neue Therapie-Zugänge gefunden

Der Tod gehört für die 24-Jährige ein Stück weit zum Alltag. In ihrer Forschungsarbeit versucht sie aber, die Überlebenschancen der jungen Patienten zu erhöhen. "Das ist der Bereich, wo meine Motivation herrührt, zu forschen und möglicherweise neue Therapien zu identifizieren."

Für eben diese Forschungsarbeit ist sie jüngst mit dem Paul-Ehrlich- und Ludwig-Darmstaedter-Nachwuchs-Preis ausgezeichnet worden, einem der bedeutendsten biomedizinischen Nachwuchspreise Deutschlands. Hinze und ihrem Team ist es gelungen herauszufinden, wie Krebszellen gegen sogenannte Asparaginase resistent werden – ein Enzym, das bei der Chemotherapie eingesetzt wird. Diese Erkenntnis bietet neue Therapie-Zugänge bei ALL-, aber auch bei Darmkrebs-Patienten.

Schon früh spezialisiert

Dass Hinze überhaupt in der Kinderonkologie gelandet ist, sich mit Blut- und Krebserkrankungen bei den Kleinen beschäftigt, ist übrigens dem Zufall geschuldet. Zu ihrem Medizinstudium machte sie ein Praktikum in einer Klinik, rotierte durch verschiedene Stationen und sollte auch eine Woche in der Kinderonkologie bleiben. "Daraus ist dann aber ein längerer Zeitraum geworden", erzählt die 24-Jährige und lacht.

Schon damals entschied sie: "Das ist genau das, was ich machen will und ich empfinde es als großes Privileg und Glück, dass ich das damals so früh für mich feststellen konnte."

Das Interview führte Stephan Hübner.

Weitere Informationen Ende der weiteren Informationen